Einsatzkräfte mit Pyro beschossen! Polizei in einem Stadtteil besonders gefordert

Von Marc Niedzolka

Hamburg - In der Silvesternacht sind in Hamburg nach bisherigen Erkenntnissen mindestens zehn Polizisten verletzt worden. Sie konnten ihren Dienst nicht fortsetzen, wie die Polizei mitteilte. Wie schwer die Polizisten verletzt wurden, ging aus der Mitteilung nicht hervor. Insbesondere in einem Stadtteil waren umfangreichere Maßnahmen notwendig.

In Hamburg-Steilshoop wurden Passanten und Einsatzkräfte mit Pyrotechnik beschossen. Die Polizei ging rigoros dagegen vor.
In Hamburg-Steilshoop wurden Passanten und Einsatzkräfte mit Pyrotechnik beschossen. Die Polizei ging rigoros dagegen vor.  © Sebastian Peters/NEWS5/dpa

"Der weit überwiegende Teil der Hamburgerinnen und Hamburger startete friedlich in das neue Jahr", hieß es in der einer Mitteilung. Nach bisherigen Erkenntnissen sprachen die Beamten von einem silvestertypischen Einsatzverlauf. Zahlen zu eingeleiteten Ermittlungsverfahren und getroffenen Maßnahmen lagen in der Nacht zunächst nicht vor.

Neben den Streifenwagen der Polizeikommissariate war demnach auch die Landesbereitschaftspolizei im Einsatz. Zudem erhielt die Hamburger Polizei Unterstützung von Kräften aus Bayern und Mecklenburg-Vorpommern.

Laut Polizei verlief die erstmals aus Hamburg ausgestrahlte ZDF-Silvestershow ohne besondere Vorkommnisse. Tausende Besucherinnen und Besucher kamen zu der Veranstaltung am Chicagokai in der Hafencity und trotzten dem regnerischen Wetter.

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In der Spitzen hielten sich laut Polizei mehr als 7000 Menschen an den Landungsbrücken auf, bis zu 25.000 auf der Reeperbahn und etwa 4000 rund um die Binnenalster. Rund um Binnenalster und auf dem Rathausmarkt war das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern untersagt worden. Der überwiegende Teil der Besucherinnen und Besucher hielt sich an die Allgemeinverfügung, wie es hieß.

In den Abendstunden schickte die Polizei nach eigenen Angaben verstärkt Kräfte in den Stadtteil Steilshoop. Dort wurde demnach Pyrotechnik auf Passanten, Einsatzkräfte und Wohnobjekte geworfen. Die Situation konnte den Angaben zufolge im Verlauf der Silvesternacht beruhigt werden. Mehrere Personen seien festgestellt worden, erhielten einen Platzverweis oder seien in Gewahrsam genommen oder festgenommen worden.

Die Polizei wurde während ihrer Einsätze immer wieder mit Pyrotechnik beschossen.
Die Polizei wurde während ihrer Einsätze immer wieder mit Pyrotechnik beschossen.  © Marcus Golejewski/dpa

Silvesternacht in Hamburg: Feuerwehr bei Löscharbeiten behindert

Es ging auch anders: Wie an den Landungsbrücken sicherte die Polizei den Jahreswechsel ab und musste nur selten eingreifen.
Es ging auch anders: Wie an den Landungsbrücken sicherte die Polizei den Jahreswechsel ab und musste nur selten eingreifen.  © Christian Charisius/dpa

Kurz nach Mitternacht wurden Polizisten den Angaben zufolge bei einem Einsatz auf einem Supermarktparkplatz in Lurup mit Pyrotechnik beschossen. Ein mutmaßlicher Verursacher wurde vorläufig festgenommen.

Im Stadtteil St. Pauli soll aus einer Gruppe von etwa 15 Personen Feuerwerkskörper auf Unbeteiligte geworfen worden sein. Einsatzkräfte konnten die Situation demnach beruhigen.

Im Phoenix-Viertel in Harburg meldeten Passanten, dass sie mit Schreckschusswaffen beschossen worden seien. Mutmaßliche Verursacher wurden laut Polizei nicht identifiziert.

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Im Stadtteil Wilhelmsburg wurden laut Polizei Feuerwehrleute mit Böllern beworfen, als sie einen brennenden Altkleidercontainer löschen wollten. Nachdem die Polizei angerückt war, konnte die Feuerwehr weiter löschen.

Ähnliches geschah auch im Stadtteil Dulsberg. Einsatzkräfte der Polizei setzten nach eigenen Angaben Pfefferspray gegen mehrere Personen ein und nahmen mehrere Störer in Gewahrsam, um der Feuerwehr das Löschen zweier Kleinbrände auf einem Schulhof zu ermöglichen.

Bereits am früheren Abend kam es in Farmsen-Berne zum Brand eines Einfamilienhauses – mutmaßlich ausgelöst durch Feuerwerk. Verletzt wurde niemand, das Haus ist vorerst unbewohnbar.

Titelfoto: Sebastian Peters/NEWS5/dpa

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