Mega-Razzia: Zoll zerschlägt Millionen-Schmuggel - Frau festgenommen

Hamburg - Am Mittwoch stürmten Ermittler der Zollfahndung Hamburg gleich mehrere Objekte in Hamburg und Niedersachsen - und wurden fündig.

Ermittler der Zollfahndung stürmten am Mittwoch mehrere Objekte und fanden illegale Produkte.
Ermittler der Zollfahndung stürmten am Mittwoch mehrere Objekte und fanden illegale Produkte.  © Lenthe-Medien

In Garagen, Lagerräumen und Hinterhöfen stapelten sich tonnenweise Tee, Kaffee und Kapseln. Auffällig: Viele Produkte waren mit dem hochgefährlichen Wirkstoff Sibutramin versetzt.

Das Abnehmmittel ist seit 2010 in ganz Europa verboten, weil es Herzinfarkte, Schlaganfälle und sogar Herzstillstand auslösen kann. Trotzdem wurde das Mittel offenbar europaweit über einen Onlinehandel vertickt.

Doch das war längst nicht alles: Neben den gefährlichen Schlankmachern fanden die Ermittler auch massenweise mutmaßlich illegal importierte Kosmetika mit einem Schwarzmarktwert von über 500.000 Euro. Schwarzmarktwert aller Artikel: weit über eine Million Euro! Für den Abtransport mussten mehrere Lastwagen und Transporter anrollen.

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Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht nun eine 41-jährige Frau, die mutmaßlich Kopf des illegalen Netzwerks sein soll. Eine Spezialeinheit nahm die Dame fest.

Illegales Geschäft mit Abnehmprodukten und Kosmetika: Ermittlungen dauern an

Der Zoll stellte tonnenweise illegale Abnehmprodukte und geschmuggelte Kosmetika sicher.
Der Zoll stellte tonnenweise illegale Abnehmprodukte und geschmuggelte Kosmetika sicher.  © Zollfahndungsamt Hamburg

Die Ermittler werfen ihr vor, seit mindestens 2023 die verbotenen Produkte illegal aus der Türkei nach Deutschland importiert und europaweit mit Millionenumsätzen verkauft zu haben. Mehr als 15.000 Versandaufträge konnten rekonstruiert werden. Insgesamt sollen elf weitere Helfer beim Vertrieb beteiligt gewesen sein.

Der Handel mit bedenklichen Arzneimitteln in besonders schweren Fällen wird mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bis zu zehn Jahre je Einzeltat belegt, heißt es in einer Mitteilung des Zollfahndungsamts.

Die Ermittlungen laufen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hamburg weiter.

Titelfoto: Lenthe-Medien

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