Nach CSD-Demo: Queerfeindlicher Angriff auf St. Pauli, Täter verfolgen Frau
Hamburg - Nach einem mutmaßlich queerfeindlichen Angriff auf eine 30-Jährige aus der Queer-Community in Hamburg-St. Pauli ermittelt nun der Staatsschutz. Die Tat ereignete sich in der Nacht zu Sonntag, nur wenige Stunden nach der CSD-Demo, bei der rund 300.000 Menschen für Vielfalt, Zusammenhalt und die Rechte queerer Menschen auf die Straße gegangen waren.
Nach Angaben der Polizei war es zunächst vor einer Szene-Bar in der Talstraße zu einer Auseinandersetzung gekommen.
Drei bislang unbekannte Männer sollen dort eine Frau belästigt haben. Als die 30-Jährige der Frau zu Hilfe kam, wurde sie von den Männern bedroht und flüchtete in Richtung Simon-von-Utrecht-Straße.
Die drei Tatverdächtigen, von denen zwei auf einem Fahrrad unterwegs gewesen sein sollen, verfolgten die Frau.
In der Simon-von-Utrecht-Straße brachten sie die 30-Jährige dann zu Fall, so die Polizei. Einer der Männer soll anschließend auch noch auf ihre Beine gesprungen sein.
Der Frau gelang es schließlich, wieder aufzustehen und sich in die U-Bahn-Station "St. Pauli" zu retten. Die Angreifer folgten ihr offenbar nicht weiter. Die 30-Jährige erlitt leichte Verletzungen und wurde nach der Anzeigenerstattung von einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.
Nach Angriff auf 30-jährige Angehörige der Queer-Community: Staatsschutz ermittelt
Die drei Verdächtigen werden als Anfang bis Mitte 20 Jahre alt, schlank und mit kurzen Haaren beschrieben. Die Ermittlungen wegen Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung führt der für Hasskriminalität zuständige Staatsschutz (LKA 73).
Die Polizei prüft dabei auch einen möglichen queerfeindlichen Hintergrund der Tat und sucht Zeugen.
Wer etwas gesehen hat, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 040/428656789 beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
Insbesondere die Frau, die zuvor vor der Bar belästigt worden sein soll, wird gebeten, Kontakt mit der Polizei aufzunehmen.
Titelfoto: Georg Wendt/dpa

