Hamburg - Schüsse in Hamburg! In der Nacht zu Mittwoch sind im Stadtteil Barmbek-Nord mehrere Personen aneinander geraten, dabei wurde auch zu einer Waffe gegriffen.
Ein Sprecher des Polizei-Lagedienstes bestätigte am Morgen auf TAG24-Nachfrage den Einsatz und die Schüsse, konnte aber keine weiteren Details nennen.
Nach bisherigen Erkenntnissen waren gegen 22 Uhr mehrere Personen aus bislang ungeklärter Ursache in der Dieselstraße in Streit geraten. Anwohner hörten daraufhin Schüsse und alarmierten die Polizei, wie die Polizei später erklärte.
Vor Ort konnten die Einsatzkräfte allerdings keinerlei Personen mehr antreffen. Laut Zeugen sollen mehrere Personen in einem Fahrzeug, aber auch zu Fuß geflüchtet sein. Eine Fahndung blieb ohne Erfolg.
Die Beamten sperrten die Straße ab und suchten nach Hinweisen und möglichen Beweisen. Dazu wurden zahlreiche Spurentäfelchen aufgestellt, da die Ermittler Patronenhülsen von einer scharfen Schusswaffe sicherstellen konnten. Durch die Schüsse wurden eine Fensterscheibe und die Fassade eines Wohnhauses beschädigt.
Im Laufe des Einsatzes kontrollierte die Polizei einen schwarzen Audi, der in dem Bereich rund um die Dieselstraße unterwegs war. Bei der Kontrolle fanden die Beamten ein Messer und 400 Euro in bar, die Personen sollen sich aber kooperativ verhalten haben. Inwiefern sie überhaupt etwas mit den Schüssen zu tun hatten, ist fraglich.
Gewerkschaft der Polizei lobt Einsatzkräfte und fordert ein klares Bekenntnis der Politik
Der Einsatz dauerte bis tief in die Nacht. Auch ein in einer Garage abgestelltes Auto wurde durchsucht. Weitere Hintergründe sind derzeit noch unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen übernommen.
Im Zuge des Einsatzes warnte die Gewerkschaft der Polizei vor einer Schwächung der Präsenz von Einsatzkräftenin den Stadtteilen. "Solche Einsatzlagen sind keine Ausnahme mehr", erklärte sagt Lars Osburg, stellvertretender Landesvorsitzender der GdP. "Wenn in einem dicht besiedelten Wohngebiet am späten Abend Schüsse fallen, zeigt das erneut, wie schnell sich gefährliche Situationen entwickeln können."
Eine Einsparung bei der Polizei hätte aus Sicht der GdP verheerende Folgen. "Wer jetzt spart, nimmt in Kauf, dass wir in kritischen Momenten weniger Kräfte zur Verfügung haben. Das gefährdet die Sicherheit in den Stadtteilen."
Entscheidend sie aus der Sicht der Gewerkschaft eine starke und sichtbare Präsenz der Polizei vor Ort. Nur so könnten Straftaten verhindert, die Täter schnell gestellt und das Sicherheitsgefühl der Menschen gestärkt werden.
Osburg stellte eine klare Forderung an den Hamburger Senat: "Wir brauchen keine Sparrunden, sondern eine klare Zusage, dass die Polizei Hamburg nicht ausgedünnt wird. Die Menschen in dieser Stadt haben Anspruch auf Sicherheit." Und diese könne nur durch ausreichende Ressourcen geschaffen werden, so der stellvertretende Landesvorsitzende.
Erstmeldung, 8. April, 6.36 Uhr; aktualisiert um 9.22 Uhr.