Von Markus Tischler
Hamburg - Den Sieg um 21 Sekunden verpasst, aber die eigene Bestzeit um elf Sekunden gesteigert und die zweitbeste jemals erzielte Zeit eines deutschen Läufers erreicht: Samuel Fitwi (30) erfüllte beim 40. Marathon in Hamburg seine Erwartungen wie auch die Hoffnungen der Veranstalter. Überschattet wurde das Sport-Event jedoch kurzzeitig von einem Notfall im Ziel.
Nach 42,195 Kilometern beim Jubiläums-Rennen war der Trierer in 2:04:45 Stunden über die Ziellinie gelaufen.
Das reichte zwar nicht für den ersten deutschen Triumph seit Jörg Peter 1991. Immerhin schaffte er erstmals seit Carsten Eich 1999 einen Podestplatz. Wie Eich damals wurde auch Fitwi Zweiter.
"Mein Ziel war es, unter 2:04 oder 2:05 laufen", sagte Fitwi. Das gelang ihm. Bis rund zwei Kilometer vor dem Ziel gehörte er zu der nur noch aus drei Athleten bestehenden Spitzengruppe, aus der sich der spätere Sieger Othmane El Goumri (33) dann absetzte.
Unter großem Jubel der vielen tausend Zuschauern an den Messehallen überquerte der Marokkaner die Ziellinie nach 2:04:24 Stunden.
Getrübt wurde die Veranstaltung von einem Notfall im Ziel. Ein 35 Jahre alter Amateur-Läufer war zusammengebrochen und musste von einem Notarzt reanimiert werden. Nach Angaben der Feuerwehrsprecher verlief die Reanimation erfolgreich, sein Kreislauf wurde stabilisiert. Die eingesetzten Sanitäter wurden anschließend vom Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes betreut.
Zudem blockierte rund 400 Meter nach dem Start ein defektes Begleitfahrzeug die Strecke. Dazu gab es Probleme mit der Zeitanzeige auf einem der Uhrenwagen.
Cheforganisator: "Hamburg hat sich von seiner besten Seite gezeigt"
Überstrahlt wurde das Ergebnis bei den Männern von einer Läuferin: Brillian Jepkoir Kipkoech aus Kenia. Sie war mit einer gemeldeten Zeit von 2:23:56 Stunden angetreten und steigerte sich in Hamburg um fast sieben Minuten.
Sie sorgte mit ihrer Zeit von 2:17:05 Stunden für einen Streckenrekord bei den Frauen. Außer der 30.000 Euro für Rang eins wie bei den Männern wurde sie dafür auch noch mit einer Prämie von 20.000 Euro belohnt.
Cheforganisator Frank Thaleiser war rundum zufrieden mit der Veranstaltung und hofft auf einen Schub für das Referendum Ende Mai zur Hamburger Olympia-Bewerbung. "Hamburg hat sich von seiner besten Seite gezeigt", sagte er.
Wegen der frühen Startzeit um 8.30 Uhr sei man etwas in Sorge gewesen mit Blick auf das Zuschauerinteresse. "Aber es war so voll", sagte Thaleiser. "Ich glaube, wir haben ein gutes Statement für den 31. Mai abgegeben. Dass jeder, der an der Strecke gestanden hat, sagt: Ich bin dabei."