Unmut über Transport der Sternbrücke: Droht den Anwohnern ein "Horror-Sommer"?

Hamburg - Die Bauarbeiten für die neue Sternbrücke in Hamburg schreiten seit Anfang des Jahres sichtbar voran. Das rund 5000 Tonnen schwere Bauwerk, von Kritikern gerne als "Monsterbrücke" bezeichnet, entsteht derzeit auf einer provisorischen Montagefläche an der Max-Brauer-Allee. Grund für dieses ungewöhnliche Vorgehen ist die Größe der Konstruktion - und die Notwendigkeit, den Bahnverkehr während der Bauphase weitgehend aufrechtzuerhalten. Der geplante Transport der Brücke sorgt jetzt erneut für Unmut bei den Anwohnern.

Blick auf die Baustelle an der Sternbrücke in Hamburg-Altona im Januar 2026.  © Citynewstv

Die neue Brücke soll die bestehende Eisenbahnüberführung ersetzen, die laut Deutsche Bahn (DB) nach rund 100 Jahren das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht hat.

Täglich passieren etwa 900 Züge die Strecke - darunter Regional-, Fern- und S-Bahnen. Eine Sanierung des alten Bauwerks sei intensiv geprüft, aber letztlich verworfen worden.

Ausschlaggebend seien der Zustand des Stahls von 1926, fehlende Schweißbarkeit sowie gestiegene Anforderungen an Sicherheit und Leistungsfähigkeit gewesen.

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Während die Bahn den Neubau als alternativlos darstellt, regt sich weiterhin Widerstand. Initiativen wie "Initiative Sternbrücke" und "Prellbock Altona" kritisieren vor allem die Auswirkungen auf Anwohner und Gewerbetreibende.

Zwar scheiterten sie bereits im Mai 2024 mit einem Eilantrag vor dem Oberverwaltungsgericht Hamburg, doch ihr Engagement hält an. Besonders brisant ist der geplante Transport der Brücke, der laut Deutscher Bahn "voraussichtlich Ende Juli" erfolgen und mit einer mehrwöchigen Sperrung der Max-Brauer-Allee einhergehen soll. Die Kritiker befürchten, dass den Anwohnern ein "Horror-Sommer" bevorstehen könnte.

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Max-Brauer-Allee wird voraussichtlich zwei Monate lang gesperrt

Die neue Sternbrücke wird 108 Meter lang sein und eine Höhe von über 20 Metern haben. (Visualisierung)  © DB // Ney [&] Partners // rendertaxi architecture.visualisation

In einer E-Mail eines DB-Sprechers vom 2. April auf Nachfrage einer besorgten Anwohnerin, die TAG24 vorliegt, heißt es: "Für die Vorbereitung des Transports ist eine Sperrung der Max-Brauer-Allee zwischen der Stresemannstraße und dem Schulterblatt für voraussichtlich acht Wochen erforderlich."

Und weiter: "Außerdem wird es aufgrund behördlicher Auflagen erforderlich sein, dass sich Anwohnende für einen kurzen Zeitraum (ein bis zwei Tage) nicht in ihren Wohnungen aufhalten."

Hierüber sollen die Betroffenen "zeitnah gesondert und ausführlich informiert" werden.

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Diese Ankündigung sorgt für erhebliche Verunsicherung. Kritiker bemängeln, dass viele Betroffene bislang nur unzureichend informiert worden seien.

Insbesondere Gewerbetreibende entlang der Transportstrecke fürchten wirtschaftliche Einbußen durch die geplanten Einschränkungen. "Was hier mitten in den Sommerferien passieren soll, stellt die Betroffenen vor echte Probleme. Was ist mit Familien, die den Sommer zu Hause verbringen, oder was passiert an geplanten Ab- und Anreisetagen, an denen Betroffene in die Wohnung müssen? Was passiert mit mobilitätseingeschränkten Personen? [...]", fragt Marlies Thätner, Sprecherin der "Initiative Sternbrücke".

Axel Bühler, ebenfalls Sprecher der Initiative, ergänzt: "Bahn und Stadt müssen nun umgehend mit den konkreten Planungen für den Transport der Monsterbrücke an die Öffentlichkeit. Schließlich sind hier bestimmt 500 Menschen und eine ganze Reihe von Gewerbetreibenden entlang der Strecke existenziell betroffen."

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