Zu teuer und zu wenig: Ist Wohnen für junge Leute in Hamburg überhaupt noch bezahlbar?

Hamburg - Mit dem ersten Spatenstich am heutigen Donnerstag wurde ein außergewöhnliches Wohnprojekt in Hamburgs Nord-Osten eingeweiht. Das Besondere: Teile der Mieteinnahmen fließen in eine gemeinnützige Organisation. Sind diese Projekte die Lösung für die Wohnungsnot in der Hansestadt?

Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (50, SPD) und BUDNI-Chef Cord Wöhlke (75) beim feierlichen Spatenstich.
Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (50, SPD) und BUDNI-Chef Cord Wöhlke (75) beim feierlichen Spatenstich.  © Stephan Wallocha

107 Wohneinheiten verteilt auf sieben Gebäude entstehen auf dem BUDNI-Firmengelände in Hamburg-Wandsbek. Bis 2027 sollen die Ein- bis Vierzimmerwohnungen fertiggestellt werden - mit der Hoffnung, Mieterinnen und Mieter bereits 2026 einziehen lassen zu können.

Beim feierlichen Spatenstich am Donnerstag betonte vor allem Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (50, SPD) im Gespräch mit TAG24, wie wichtig Projekte wie diese sind.

"Wir haben in Hamburg einen gehörigen Wohnungsbedarf. Wir brauchen noch reichlich solcher Vorhaben wie dieses. Wir haben richtig Druck", gab die Politikerin zu.

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"Es gibt viele Menschen, die sich verändern wollen oder müssen, die aber entweder gar keine Wohnung finden oder es sich schlichtweg nicht leisten können. Wir müssen die Baukosten senken und um ein Drittel runterkommen!"

Besonders kleine Wohnungen sind gefragt

Die Stadtentwicklungssenatorin betonte deutlich, wie wichtig bezahlbarer Wohnraum in Hamburg ist.
Die Stadtentwicklungssenatorin betonte deutlich, wie wichtig bezahlbarer Wohnraum in Hamburg ist.  © Alice Nägle/TAG24

Der Wohnkomplex wird seine Heimat auf einem rund 8000 Quadratmeter großen Quartier an der Grenze zwischen Eilbek und Wandsbek finden. Dabei wird es unterschiedlich große Wohnungen zu verschiedenen Preisen geben. Neben größeren Objekten seien besonders kleine Wohnungen in Hamburgs City-Umgebung nötig.

"Wir haben sehr viele Singles in der Stadt. Aber zusätzlich brauchen wir dann auch wieder wirklich größere Wohnungen für Familien. Familien mit drei Kindern haben es wirklich schwer und es ist nicht schön, wenn wir die ans Umland verlieren. Wir wollen die jungen Leute in der Stadt haben. Wir wollen die junge Generation halten", so die Senatorin.

Das von BUDNI geplante Wohnquartier ist sehr stadtnah und infrastrukturell gut platziert - ein zügiger Weg in die Innenstadt ist durch die nahe Anbindung an die U1 (Wandsbek Markt) sowie S1 (Friedrichsberg) möglich. Zukünftige Bewohner, die fußläufig einkaufen gehen möchten, werden in der Einzelhandels-Passage "Quarree Wandsbek" fündig.

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Und dennoch lädt die Lage durch den angrenzenden Mühlenteichpark mit der Wandse auch zum Spazieren im Grünen ein. Das Thema Nachhaltigkeit spielt bei dem Bauprojekt sowieso eine bedeutende Rolle, die auch Pein positiv hervorhob. Eine Begrünung des Dachs, sowie die Installation von Solaranlagen sind geplant.

Teile der Mieteinnahmen für den guten Zweck

Bis spätestens 2027 sollen auf dem BUDNI-Firmengelände 107 Wohneinheiten entstehen.
Bis spätestens 2027 sollen auf dem BUDNI-Firmengelände 107 Wohneinheiten entstehen.  © Alice Nägle/TAG24

Das Wohnprojekt zeichnet sich nicht nur durch ein zentrales (teilweise barrierefreies), familienfreundliches Wohnen zu (hoffentlich) fairen Preisen in Hamburg aus, sondern ebenso durch seinen zusätzlich teils gemeinnützigen Charakter.

"Das vor langer Zeit von dem BUDNI-Firmengründer persönlich erworbene Grundstück wurde in eine neu gegründete gemeinnützige Stiftung eingebracht, die dann künftig aus einem Teil der Mieteinnahmen als Erbpacht die gemeinnützige Budnianer Hilfe unterstützen wird", betonte BUDNI-Chef Cord Wöhlke (75) beim offiziellen Spatenstich am Donnerstag.

Laut Wöhlke unterstützte die Budnianer Hilfe aktuell außerdem bereits mit knapp einer halben Million Euro pro Jahr viele ähnliche Projekte in Hamburg und Umgebung.

Die Wohnungen werden nach Fertigstellung über die Firma Grossmann & Berger vermietet werden. Die exakten Mietpreise stehen aktuell noch nicht fest.

Titelfoto: Stephan Wallocha

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