Platzverweise, Strafanzeige und Angriff auf Polizisten bei Demo gegen Abriss der Sternbrücke

Hamburg - Am frühen Montagmorgen haben rund 180 Menschen für einen sofortigen Baustopp an der Sternbrücke demonstriert. Im Zuge der nicht angemeldeten Versammlung haben sich mehrere Teilnehmer – teils mit Gewalt – geweigert, die zwischenzeitlich gesperrte Max-Brauer-Allee wieder zu verlassen, sodass die Polizei einschreiten musste.

Demonstranten fordern einen Baustopp.
Demonstranten fordern einen Baustopp.  © Lenthe-Medien

Mit "Baustopp Jetzt!"-Schildern ausgerüstet, hatten sich die Gegner des Neubaus der Sternbrücke bereits gegen 6.30 Uhr vor dem Gebäude des ehemaligen Nachtclubs "Waagenbau" versammelt.

Erst am Sonntag hatte die "Initiative Sternbrücke" kurzfristig zu der Demo aufgerufen. In der Annahme, dass der Abriss des Kultclubs am heutigen Montag startet.

Am Freitag war der für den Neubau der Sternbrücke notwendige Planfeststellungsbeschluss vier Jahren nach Antragstellung vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) genehmigt worden.

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Eigentlich plante die DB die Maßnahmen für die Abriss-Arbeiten "unverzüglich durchzuführen", sobald dieser vorliegt, wie ein Bahnsprecher vergangene Woche gegenüber TAG24 bestätigte. Für den Neubau sollen bis Ende Mai fünf Gebäude abgerissen und 40 Bäume gefällt werden.

Doch bis zum Ende der Demo gegen 8 Uhr war von den besagten Durchführung der Abriss-Maßnahmen noch nichts zu sehen.

Nach Angaben der Initiative dürfte die Bahn heute nicht mit den Bauarbeiten anfangen, da diese die festgelegten Schutzauflagen vom EBA zugunsten der Anwohner und der Umwelt bisher nicht vollständig erfüllt habe. Gegenüber TAG24 widersprach die DB diesen Vorwürfen jedoch.

Die Demo war nicht offiziell angemeldet

Kurzfristig blockierten die Demonstranten die Max-Brauer-Allee, sodass die Polizei eingreifen musste.
Kurzfristig blockierten die Demonstranten die Max-Brauer-Allee, sodass die Polizei eingreifen musste.  © Lenthe-Medien

Doch auch die Teilnehmenden der Demo haben sich am Montag nicht an gewisse Auflagen gehalten. Aufgrund des kurzfristigen Demo-Aufrufs war die Versammlung nicht angemeldet und die Polizei musste einschreiten.

Es wurde "Strafanzeige von Amts wegen" erstattet, wie ein Sprecher der Polizei gegenüber TAG24 mitteilte.

Nichtsdestotrotz habe man sich vor Ort mit einer Kooperationspartnerin der Initiative auf eine Versammlung einigen können, zumal eh schon eine "Menge Leute" sich versammelt hatten, so der Sprecher weiter.

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Zwischenzeitlich musste dafür auch die Max-Brauer-Allee zwischen der Stresemannstraße und der Lippmannstraße voll gesperrt werden.

Die im Nachhinein angekündigte Versammlung sei laut Polizei auch friedlich verlaufen, allerdings hätten sich nach dem offiziellen Ende um kurz vor 8 Uhr mehrere Menschen geweigert, die Fahrbahn zu verlassen.

"Weswegen diese dann nach mehrfachen Aufforderungen von den Einsatzkräften geräumt werden musste", so der Sprecher. Dabei habe eine Person einen Polizisten angegriffen und Widerstand geleistet, verletzt wurde aber niemand. Gegen die Person wird nun wegen eines "tätlichen Angriffs" ermittelt.

Andere Teilnehmer hatten sich zudem zwischenzeitlich auf die Fahrbahn gesetzt, weswegen die Polizei mehr als 40 Platzverweise aussprechen und einzelne Personen wegtragen musste.

Erst gegen 10.30 Uhr war der Polizeieinsatz beendet und die Straßensperrungen wurden wieder aufgehoben.

Erstmeldung am 19. Februar um 12 Uhr, aktualisiert um 14.19 Uhr.

Titelfoto: Lenthe-Medien

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