"Alles voller Blut": Zeugen berichten schockiert von Gewalttat auf offener Straße in Hessen
Von Jens Albes
Kelkheim - Nach der tödlichen Attacke mit einer Stichwaffe gegen seine Ehefrau im hessischen Kelkheim am Dienstagabend soll der Täter laut Staatsanwaltschaft einem Haftrichter vorgeführt werden. Augenzeugen berichteten zudem vom Ablauf der Tat.
Ein Passant sagte, er sei nur etwa fünf Meter von der Attacke in der belebten Innenstadt entfernt gewesen. Ein Mann, der womöglich betrunken gewesen sei, habe dem Opfer mit einer Machete in den Hals gestochen: "Alles voller Blut. Ich bin um mein Leben gerannt."
Die Frau sei in dieselbe Richtung geflohen und dann - das habe er nicht mehr gesehen - anscheinend kollabiert, sagte der Zeuge, der nur seinen Vornamen Peter nennen wollte.
Er habe nur einen einzigen Stich gesehen, dann sei die Attacke schon "vorbei" gewesen, ergänzte der junge Mann.
Die Polizei sprach vorerst allgemein von einer Stichwaffe, nicht von einer Machete. Nach ihren Angaben erlag die attackierte Ehefrau noch am Tatort nahe der Frankfurter Straße ihren Verletzungen.
Tat fand vor den Augen vieler Passanten statt
Die Umgebung war am Abend belebt. "Dort gibt es verschiedene Lokalitäten. Entsprechend hatten wir dann auch den Publikumsverkehr", sagte ein Polizeisprecher. Seelsorger seien vor Ort gewesen.
"Das ist psychisch eine entsprechende Belastung, wenn man so etwas miterleben musste", ergänzte der Sprecher.
Haftrichter prüft, ob der Beschuldigte in U-Haft kommt
Der Haftrichter beim Amtsgericht Frankfurt wird voraussichtlich am Nachmittag prüfen, ob der Beschuldigte in Untersuchungshaft kommt.
Zeugen hatten den Mann nach der Tat nahe dem Marktplatz von Kelkheim überwältigen und festhalten können, bis Polizisten ihn festnahmen. Dabei wurde der Angreifer laut Polizei leicht verletzt.
Die Tat löste weithin Entsetzen aus. Motiv und Hintergründe waren vorerst unklar. Die Ermittlungen etwa mit Spurensicherung und Zeugenbefragungen liefen auf Hochtouren. Dem Verbrechen war offensichtlich ein Streit vorausgegangen.
Erstmeldung vom 15. Juli um 6.52 Uhr; Update um 13.39 Uhr.
Titelfoto: Mike Seeboth/dpa
