Kinderfreier Samstag in Therme? Diese Entscheidung erhitzt Gemüter
Von Andrea Löbbecke
Bad Nauheim - Gut oder schlecht? Die Ankündigung der Sprudelhof-Therme in Bad Nauheim nahe Frankfurt am Main für einen kinderfreien Samstag hat zu gemischten Reaktionen geführt.
An allen Samstagen ab 25. April solle das Bad zum Rückzugsort für alle werden, "die die Woche in wohltuender Ruhe ausklingen lassen möchten", hatte die Therme in der Kurstadt angekündigt.
Der entsprechende Zutritt ist an diesem Tag somit ausschließlich Gästen ab 16 Jahren vorbehalten.
In einigen Online-Kommentarspalten meldeten sich daraufhin viele Menschen zu Wort. Die Reaktionen reichen von "völlig in Ordnung" bis "gesellschaftlich fragwürdig" und sogar "familienfeindlich".
Die angesetzte Altersgrenze orientiere sich an den Bedürfnissen der Gäste, erläuterte das Bad. Erfahrungsgemäß stehe bei jüngeren Gästen eher Aktivität im Vordergrund, während viele der erwachsenen Gäste gezielt nach Ruhe suchten.
"Mit der Regelung schaffen wir hierfür eine klare Grundlage", erklärte der Betreiber. Die Solebecken der Therme sind mit natürlicher Mineralsole aus den Quellen von Bad Nauheim gefüllt.
Therme als Ort der Ruhe und Entspannung: Bürgermeister verweist auf Wellenbad
Der Bürgermeister von Bad Nauheim, Klaus Kreß, zeigte nach eigenen Worten Verständnis dafür, dass die Einführung kinderfreier Samstage bei einigen Eltern auf großes Unverständnis stoße.
Er verwies darauf, dass die Therme an sechs von sieben Wochentagen ausdrücklich für alle geöffnet bleibe. Zudem gebe es mit dem USA-Wellenbad in der Stadt ein Angebot speziell für Kinder und Familien.
"Bei der Entscheidung handelt es sich um eine unternehmerische Maßnahme des Betreibers, die in Abstimmung mit der Stadt getroffen wurde", ergänzte Kreß mit Blick auf die Maßnahme.
Und weiter: "Mir ist insgesamt wichtig, dass wir als Stadt unterschiedlichen Bedürfnissen Raum geben - für Familien ebenso wie für Menschen, die gezielt Ruhe und Entspannung suchen."
Titelfoto: Lando Hass/dpa

