Schnee, Sonne, Stimmung: So feierten Hessens Narren den Rosenmontag

Von Michael Bauer, Jens Albes, Nicole Schippers

Seligenstadt/Fulda/Herbstein/Kiedrich - Närrischer Ausnahmezustand in Hessen: In vielen Städten und Gemeinden sind die Rosenmontagszüge durch die Straßen gezogen.

Was für ein Aufmarsch! Der Rosenmontagsumzug in Fulda war mit 260 Zugnummern der größte in Hessen.  © Florian Wiegand/dpa

Den Anfang machte um 10.11 Uhr der hessenweit weiter einzigartige traditionelle Springerumzug in Herbstein im Vogelsberg. Am Nachmittag jubelten die Närrinnen und Narren unter anderem in Fulda, Seligenstadt sowie in Kiedrich im Rheingau den Motivwagen, Fußgruppen, Garden und Kapellen zu.

"Die Sonne scheint, die Stimmung ist bestens", freute sich der Sprecher der Fastnachtsvereinigung Herbstein, Manuel Hensler, noch am Mittag.

Mehrere tausend Menschen hätten sich auch von Schnee und Kälte entsprechend nicht davon abhalten lassen, dem Bajazz, den Pärchen und Teilnehmern des Sprungtanzes zuzujubeln.

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In der Nacht zum Rosenmontag seien ein paar Zentimeter Neuschnee gefallen, doch die Stadtreinigung habe Straßen und Wege schnell geräumt, sodass sich der Zug wie geplant in Bewegung setzen konnte.

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Gäste aus Tirol bei Springerzug im Vogelsberg, rund 50.000 Menschen in Fulda mit dabei

Die Stimmung war in Fulda und andernorts ausgelassen.  © Florian Wiegand/dpa

Angeführt wurde der Springerzug, der laut Polizei rund 2500 Gäste anzog, in diesem Jahr von Bajazz Julian Herrmann. Für die Rekordsumme von 11.110 Euro hatte der 33-Jährige dieses Amt ersteigert.

Tiroler Steinmetze brachten die Tradition des Springerzugs im 17. Jahrhundert nach Herbstein, als sie Restaurationsarbeiten an der Stadtmauer vornahmen. Gut ein Dutzend Ehrengäste aus Tirol feierten in Herbstein mit, wie Hensler erzählte.

Beim größten Rosenmontagszug Hessens in Fulda verfolgten wieder Zehntausende Fastnachtsfans das Vorbeiziehen von Fußgruppen, Garden und Musikkapellen. Nach Polizeiangaben waren 255 Zugnummern sowie rund 4000 Aktive am Start, circa 50.000 Menschen (!) säumten die Straßen.

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Besonders dicht standen die Zuschauer im Kneipenviertel, dem sogenannten Bermudadreieck, und feierten ausgelassen mit.

Insgesamt sei der Rosenmontag in Osthessen meist friedlich verlaufen, hieß es von der Polizei. In Fulda mussten die Beamten nur vereinzelt wegen übermäßigen Alkoholkonsums tätig werden. "Insgesamt nahm die Veranstaltung einen friedlichen, störungsarmen Verlauf und war von einer ausgelassenen Stimmung geprägt", schilderten die Beamten.

Babys mit Schallschutz, kostümierte Hunde und Narren auf Stelzen

Auch in Seligenstadt ist an Fastnacht viel los.  © Kathrin Deckart/dpa

Farbenfrohe Luftballons an Gartenzäunen und Hausfassaden, Närrinnen und Narren mit Babys mit dicken Kopfhörern als Schallschutz im Arm, bunt kostümierte Hunde: Auch Kiedrich bot einen bunten Zug als einen der größten im ganzen Rheingau.

Mit rund 40 Zugnummern und 500 Teilnehmern schlängelte sich der närrische Lindwurm unter dunkelgrauem Himmel mit fröhlicher Musik und lauten Helau-Rufen durch die Straßen.

Die Organisationen hatten 10.000 bis 15.000 Zuschauer erwartet. Diese bejubelten Narren auf Stelzen, Clowns auf XXL-Rädern und im Miniformat die nicht immer pünktliche Bahn der Rheingaulinie.

Auch in "Schlumberland" (Seligenstadt im Kreis Offenbach) ist Rosenmontag der höchste Feiertag der Karnevalisten. Mit rund 100 Zugnummern und regelmäßig bis zu 40.000 Zuschauern ist der Seligenstädter Rosenmontagzug einer der größten und buntesten Umzüge im Rhein-Main-Gebiet.

Beim Rosenmontagszug in Fritzlar (Schwalm-Eder-Kreis), einem der größten in Nordhessen, wurde ebenfalls so richtig ausgelassen gefeiert. Das närrische Treiben in der Stadt lockte laut Polizei an diesem Montag rund 8000 Zuschauer an.

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