Von Mona Wenisch
Wiesbaden – Deutlich mehr Kinder und Jugendliche in Hessen haben eine diagnostizierte Angststörung als vor der Corona-Pandemie. Dies ergab eine Auswertung von Versichertendaten der Krankenkasse DAK. Am häufigsten seien Angststörungen bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren, schrieb die Krankenkasse.
Bestehende Sorgen würden allzu oft zu manifesten Ängsten - und durch Klimawandel, Kriege und Zukunftssorgen verstärkt, sagte der Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen, Ralf Moebus.
"Wir erleben gerade bei weiblichen Patientinnen einen Rückzug aus ihren gewohnten Sozialräumen hin zu den sozialen Medien, während männliche Patienten eher zu unkontrolliertem Gaming tendieren", beschrieb er die Folgen bei den Jugendlichen.
Besonders betroffen sind laut DAK-Auswertung Mädchen: 2024 wurden 71 von 1000 DAK-versicherten Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren ambulant oder stationär wegen einer Angststörung behandelt, wie die Krankenkasse mitteilte.
Im Vergleich zum Jahr 2019 sei dies ein Anstieg um 76 Prozent gewesen. Am häufigsten seien dabei soziale Phobien und Panikstörungen.
Daten von mehr als 85.000 Minderjährigen aus Hessen analysiert
Für den Report wurden laut Krankenkasse ambulante und stationäre Abrechnungsdaten von Kindern und Jugendlichen mit Fokus auf Angststörungen, Depressionen und Essstörungen ausgewertet.
Es seien Abrechnungsdaten von mehr als 85.000 minderjährigen DAK-Versicherten in Hessen analysiert worden. Bei der Kasse sind in Hessen rund 600.000 Menschen versichert.
Auch bei anderen psychischen Verhaltensstörungen zeige sich ein ähnliches Muster, hieß es.
"Bei jugendlichen Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren sind die Fallzahlen von Angststörungen, Depressionen und Essstörungen seit der Pandemie erhöht."