Von Jenny Tobien, Michael Bauer
Frankfurt am Main - Sonne, Temperaturen um die 30 Grad und dann ein Sprung ins kalte Wasser? Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mahnt zum Start der Badesaison zur Umsicht.
"Natürlich freuen wir uns auf die neue Saison", sagt Michael Hohmann, Präsident der DLRG Hessen.
Die große Vorfreude werde allerdings ein bisschen dadurch getrübt, "dass das Wasser noch so kalt ist".
Denn: Wer ohne jede Abkühlung ins kalte Wasser springe, riskiere einen Kreislaufschock. Das sei alljährlich zum Start des Badewetters ein Thema.
Die Temperatur werde am Wochenende sehr warm oder gar heiß, man habe aber in vielen Badeseen derzeit noch "Wassertemperaturen von 16 bis 18 Grad". Wenn man einfach in Wasser springe, das übermäßig kalt sei, könne das "tödlich ausgehen".
Im Langener Waldsee beispielsweise, dem größten Badesee im Rhein-Main-Gebiet, liegt die aktuelle Temperatur bei lediglich 16 Grad, im Königssee in Zellhausen im Kreis Offenbach bei nur 18 Grad.
Am Badesee Bensheim (Kreis Bergstraße) werden von den Verantwortlichen 17 Grad gemessen.
Insbesondere für Ältere könne der Sprung ins kühle Nass lebensbedrohlich sein. Aber auch junge und gesunde Menschen sollten unbedingt achtsam sein. Und: Mit Alkohol im Blut steigt das Risiko laut DLRG zusätzlich.
Welche Sicherheitstipps hat DLRG noch zum Saisonstart?
Generell rät der Experte, unbedingt abgekühlt in das Wasser zu gehen, an bewachten Badestellen zu schwimmen sowie nicht bei Gewitter zu baden.
Darüber hinaus warnt Hohmann vor Übermut: "Die Statistik zeigt, dass es überwiegend Männer sind, die untergehen." Die seien demnach entsprechend oftmals besonders übermütig und leichtsinnig.
Auch gelte es, auf andere zu achten - besonders für Eltern sei das natürlich wichtig. "Wir sagen immer: Du bist die Aufsicht für Dein Kind. Man kann die Verantwortung nicht am Eingang des Freibades oder am Eingang zum Badesee abgeben", sagt er.
Zudem sei der Beginn der Badesaison stets auch eine sehr gute Gelegenheit, einfach mal wieder die eigenen Schwimmabzeichen zu wiederholen.
Laut DLRG starben 2025 in hessischen Gewässern 19 Menschen, 2024 waren es "nur" 12 gewesen.
Deutschlandweit sank die Zahl der Badetoten den Angaben zufolge im Jahresvergleich um 18 auf 393.