Urin-Attacke auf Einsatzkräfte im Langener Stadtwald? Hessens Innenminister stinksauer
Von Jens Albes
Langen - Hessens Innenminister Roman Poseck (56, CDU) hat eine stinkende Attacke mit einer Wasserspritzpistole gegen einen kommunalen Mitarbeiter am Ort des früheren Protestcamps gegen Kiesabbau im Langener Stadtwald verurteilt.
"Ich finde es unerträglich und widerwärtig, dass Einsatzkräfte, die die Einhaltung der rechtlichen Grenzen des Protestes überprüfen, bei der Ausübung ihres Dienstes mit einer stinkenden Flüssigkeit bespritzt werden, bei der es sich mutmaßlich um Urin handelt", teilte der 56-Jährige mit.
Am Tatort sei ein Behältnis mit einer übelriechenden Flüssigkeit mit dem Wort "Urin" gefunden worden.
"Außerdem kam es bei einer Mahnwache zum Widersetzen gegen polizeiliche Anweisungen. Zudem wurden von der Polizei Pyrotechnik und Holzbretter mit rausstehenden Nägeln sichergestellt", ergänzte Poseck. "Darüber hinaus gab es mehrere Verstöße gegen den Brandschutz."
Die Polizei sprach von mehreren Menschen, die im Wald ein Lagerfeuer entzündet haben sollen - trotz der gegenwärtigen Waldbrandgefahr. Die stinkende Spritzattacke sei von einer Person von oben von einer "offenbar selbst errichteten Plattform" aus erfolgt. Sie habe zudem auch Polizeibeamte treffen wollen, diese jedoch verfehlt. Die Person sei vorläufig festgenommen worden, um sie zu verhören. Überdies gebe es den Verdacht der Sachbeschädigung bei einem nahen Zaun.
Hessens Innenminister Roman Poseck erzürnt über Grenzüberschreitungen
CDU-Innenminister Poseck erklärte: "Aus guten Gründen haben wir ein sehr weit gefasstes Recht auf Versammlungsfreiheit und Protest. Dabei gilt es aber die Grenzen des Rechts einzuhalten und friedlich zu bleiben."
Die Protestvorfälle zeigten ihm auch, "dass Versammlungen des linken Randes immer häufiger Grenzen des Rechts und des Anstandes überschreiten und in Gewalt ausarten. Dem gilt es entgegenzuwirken."
Im November 2025 hatte die Polizei das illegale Protestcamp mit Baumhäusern am Langener Waldsee geräumt.
Seit dem Sommer 2024 hatten Aktivisten das Gebiet besetzt, um Bäume vor der Rodung zu schützen. Sie argumentierten, dass der Wald geopfert werde, um Kies abzubauen.
Titelfoto: Montage: Boris Roessler/dpa

