"Zu kompliziert": Sogar Finanzminister macht seine Steuererklärung nicht selbst

Von Jens Albes

Wiesbaden - Die persönliche Steuererklärung? Für Minister Alexander Lorz (60) lieber ein Fall für den Profi. Warum ihn seine Familie dennoch mitunter nicht stören darf. Und worüber er am Donnerstag im Landtag spricht.

Hessens Finanzminister Alexander Lorz (60) macht seine eigene Steuererklärung nicht selbst.  © Arne Dedert/dpa

Hessens Finanzminister Alexander Lorz findet seine eigene Steuererklärung zu kompliziert. Das hat der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden mitgeteilt. Schon seit Jahrzehnten lasse er sie lieber von einem Steuerberater erledigen.

Mit Blick auf die Aktion "Die Steuer macht das Amt", bei der in weniger komplexen Fällen Finanzämter automatisiert eine Steuererklärung für Bürger übernehmen und ihnen zur Zustimmung vorlegen, zeigt sich Lorz "gespannt, wie weit wir mit diesem neuen und bislang erfolgreichen Ansatz unseres Pilotprojekts noch kommen". 

An diesem Donnerstagabend will er im Wiesbadener Landtag darüber sprechen. Gegenwärtig werden 200.000 Vorschläge für derartige Steuererklärungen an Hessinnen und Hessen verschickt. 

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Bei der Familie Lorz sind die Finanzen etwas facettenreicher. "Mein Berufsleben als Professor mit verschiedenen weiteren Tätigkeiten war schon immer so komplex, dass ich bei der Steuer auf Nummer sicher gehen wollte", erklärt der Jurist. "Mir war das früher und wäre es auch jetzt als Finanzminister zu kompliziert. Da bin ich ganz ehrlich."

Juraprofessor Lorz freut sich über die Existenz von Steuerberaterinnen und -beratern: "Ich bin heilfroh, dass es Menschen gibt, die ihren Beruf und ihre Berufung darin sehen, das Steuerdickicht für andere zu lichten." 

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"Den Papa bitte nicht stören"

Zu viele Dokumente, zu kompliziert: Die Steuererklärung ist an vielen Stellen unübersichtlich geworden.  © Martin Schutt/dpa

Dennoch heiße es im Hause Lorz in jedem Sommer an einem Wochenende: "Den Papa bitte nicht stören, er bereitet die Steuer vor!"

Belege und Rechnungen vorzusortieren, das könne ihm der Steuerberater dann doch nicht abnehmen. Er sei aber nur dessen "Handlanger", ergänzt der Finanzminister.

Viele Experten halten das deutsche Steuerrecht für eines der komplexesten der Welt.

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Lorz hofft nach eigenen Worten sehr, dass es gelingt, es weiter zu vereinfachen: "Wir müssen mehr auf Pauschalen setzen und uns damit auch viel häufiger als bisher von der von uns Deutschen besonders geliebten und gepflegten Einzelfallgerechtigkeit verabschieden."

Das würde es nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch den Finanzämtern einfacher machen.

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