Heute vor 59 Jahren: Pflichtgefühl endet für zwei Kinder tödlich

Heute vor 59 Jahren, am 14. März 1966, wurden zwei Kinder an der Ost-Berliner Grenze erschossen. Das Ganze wurde von der DDR-Regierung verschleiert und kam erst nach der Wiedervereinigung ans Licht.

Interessante historische Ereignisse gibt es hier: heute vor ... Jahren.

14. März 1966: Zwei Kinder sterben an Ost-Berliner Grenze

Am 14. März 1966 wurden zwei Kinder an der Ost-Berliner Grenze erschossen.  © 123RF/animaflorapicsstock

Am 14. März 1966 wurden zwei Kinder an der Ost-Berliner Grenze erschossen.

Der zehnjährige Jörg Hartmann war zusammen mit seinem 13-jährigen Freund Lothar Schleusener unbemerkt in das Sperrgebiet der Berliner Mauer zwischen Berlin-Treptow und Berlin-Neukölln gelangt und wurde dort von DDR-Grenzsoldaten erschossen.

Die Grenzsoldaten hielten die Schatten der Kinder im Dunkeln im Sperrgraben für Flüchtlinge. Aus Pflichtgefühl eröffneten sie vom Turm aus das Feuer. Es wurden 40 Schüsse abgegeben, ohne genau zu wissen, auf wen. Erst danach erkannten die Soldaten, dass es Kinder waren.

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Hartmann starb sofort, sein Freund erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die DDR-Behörden verschleierten das Geschehen lange und teilten den Angehörigen falsche Todesursachen mit.

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Erst nach der Wiedervereinigung klärten Ermittlungen auf, dass die Kinder durch Schüsse getötet worden waren. Einer der ehemaligen Grenzsoldaten wurde wegen Totschlags an Jörg Hartmann und Lothar Schleusener im November 1997 zu 20 Monaten auf Bewährung verurteilt. Der andere Grenzsoldat war zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben.

Die zwei Leichname wurden zunächst anonym beigesetzt, später jedoch umgebettet. Zum Gedenken wurde 1999 ein Denkmal an der Kiefholzstraße errichtet.

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