Heute vor 136 Jahren, am 3. Februar 1890, wurde das Polytechnikum in Dresden offiziell zur Königlich Sächsischen Technischen Hochschule erhoben. Dieser Schritt machte aus einer Ausbildungsstätte eine staatlich anerkannte Hochschule und legte den Grundstein für die spätere Technische Universität Dresden.
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Das Dresdner Polytechnikum wurde als Königlich-Technische Bildungsanstalt zu Dresden am 1. Mai 1828 gegründet. Ziel war es, eine praxisnahe Ausbildung in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern anzubieten.
Im Mittelpunkt standen Maschinenbau, Bauwesen, Mechanik und Chemie, die für das Handwerk und die entstehende Industrie von zentraler Bedeutung waren.
Mit der fortschreitenden Industrialisierung Sachsens wuchs der Bedarf an qualifizierten Ingenieuren und Technikern. Die Bildungsanstalt reagierte darauf mit einer Erweiterung des Lehrangebots und einer stärkeren wissenschaftlichen Ausrichtung. Technische Ausbildung wurde zunehmend als Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung verstanden.
Am 3. Februar 1890 erfolgte die offizielle Erhebung zur Königlich Sächsischen Technischen Hochschule. Dieser Status ging mit einer staatlichen Anerkennung, erweiterten Forschungsaufgaben und einer stärkeren akademischen Selbstständigkeit einher.
Hintergrundwissen: Die Bildungsanstalt befand sich zu Beginn im Gartenpavillon auf der Brühlschen Terrasse, zog wenige Jahre später in die Rüstkammer beim Jüdenhof und erhielt 1846 einen Neubau am Antonsplatz. Zum Zeitpunkt der Statusänderung befand sich das Hauptgebäude am damaligen Bismarckplatz.
Wichtige Namen und neue Fachrichtungen
Als einer der ersten Lehrer wurde beispielsweise Johann Andreas Schubert angestellt. Er konstruierte später unter anderem die erste deutsche Dampflokomotive "Saxonia" sowie die weltweit größte Ziegelsteinbrücke, die Göltzschtalbrücke im sächsischen Vogtlandkreis. 1849 wurde Schubert Direktor der Einrichtung, aber bereits im darauffolgenden Jahr ersetzt.
Maßgeblich am Aufbau des Polytechnikums zur Technischen Hochschule war Gustav Zeuner beteiligt. Er war der letzte Direktor vor der Umstellung.
Unter seiner Leitung wurden zusätzliche Fachbereiche etabliert, darunter Elektrotechnik und vertiefende Ingenieurwissenschaften. Forschung und Lehre gewannen an Bedeutung. Außerdem erhielten nun auch geistes- und sprachwissenschaftliche Fachrichtungen einen höheren Stellenwert.
Grundlage der heutigen TU Dresden
Die Technische Hochschule entwickelte sich zu einem zentralen Standort für technische Bildung in Sachsen. Sie trug zur Ausbildung von Fachkräften bei, die maßgeblich an Infrastruktur- und Industrieprojekten beteiligt waren.
Aus der Königlich Sächsischen Technischen Hochschule ging später die Technische Universität (TU) Dresden hervor.
Die Entwicklung vom Polytechnikum zur Hochschule legte damit den Grundstein für eine der größten technischen Universitäten Deutschlands.