Heute vor 21 Jahren: Geiselnahme mit blutigem Ende schockt die ganze Welt

Heute vor 21 Jahren, am 4. Februar 2005, wurde die italienische Journalistin Giuliana Sgrena (77) während der Besetzung des Irak in dessen Hauptstadt Bagdad gewaltsam entführt. Die Geiselnahme löste eine weltweite Welle der Solidarität aus und hatte ein blutiges Ende ungeklärter Ursache.

Andere bedeutsame Ereignisse gibt's unter: heute vor ... Jahren.

4. Februar 2005: Entführung von Giuliana Sgrena

Die Journalistin Giuliana Sgrena war einen Monat lang die Geisel einer militanten Gruppe im Irak.
Die Journalistin Giuliana Sgrena war einen Monat lang die Geisel einer militanten Gruppe im Irak.  © IMAGO/ZUMA Press Wire

Die italienische Journalistin Giuliana Sgrena war während der Besetzung des Irak vor Ort, um für die kommunistische Tageszeitung "Il manifesto" zu berichten. Am 4. Februar 2005 wurde sie auf dem Rückweg von einem Interview mit Flüchtlingen in der Nähe der Universität von Bagdad gewaltsam entführt.

Die Entführergruppe "Islamischer Dschihad" bekannte sich später im Internet zu der Entführung der Journalistin und forderte den Abzug italienischer Truppen aus dem Irak. Viele Zeitungen und Organisationen weltweit setzten sich massiv für die Freilassung von Giuliana Sgrena ein.

Am 8. Februar kam eine Falschmeldung einer Dschihad-Organisation in Umlauf, wonach Sgrena bereits hingerichtet worden wäre. In einer emotionalen Videobotschaft vom 16. Februar appellierte Sgrena an die italienische Regierung, die Bedingungen für ihre Befreiung zu erfüllen.

Heute vor 113 Jahren: Dieses Bauwerk hält längst nicht nur einen Rekord
Heute vor ... Jahren Heute vor 113 Jahren: Dieses Bauwerk hält längst nicht nur einen Rekord

Am 19. Februar demonstrierten in Italien Hunderttausende für Ihre Freilassung und gegen den Militäreinsatz im Irak. Unterdessen führte der italienische Geheimdienst im Verborgenen Gespräche über die Freilassung von Sgrena.

Am 4. März 2005 wurde Giuliana Sgrena freigelassen. Sie sollte anschließend vom italienischen Geheimdienst zum Flughafen in Bagdad und dann nach Italien gebracht werden.

Blutige Wendung nach Entführung von Sgrena

Die Rettung durch den italienischen Geheimdienstoffizier Nicola Calipari (†51) nahm jedoch eine tragische Wendung. Auf dem Weg zum Flughafen gerieten sie unter Beschuss von US-Soldaten, die das Fahrzeug für eine Bedrohung hielten. Calipari schützte Sgrena mit seinem eigenen Körper und verlor dabei sein Leben. Sgrena selbst und zwei weitere Beamte erlitten Verletzungen.

Die genauen Umstände des Vorfalls sind bis heute umstritten, da italienische Ermittler den amerikanischen Darstellungen widersprechen. In späteren Interviews äußerte Sgrena Zweifel daran, dass es sich um einen versehentlichen Beschuss handelte.

Der Ausgang der Entführung war für Giuliana Sgrena ein größeres Trauma als die Entführung selbst. In ihrem 2005 veröffentlichten Buch "Fuoco Amico" (zu Deutsch: freundliches Feuer) setzt sie sich mit ihrer dramatischen Entführung, der Verwundung und den Tod von Nicola Calipari auseinander.

Nach ihrer Entführung war sie vor allem politisch sehr aktiv.

Titelfoto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Mehr zum Thema Heute vor ... Jahren: