Heute vor 53 Jahren wurde ein 16-jähriger Erbe entführt – doch seine Familie weigerte sich zu zahlen

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Heute vor 53 Jahren, am 10. Juli 1973, wurde der damals 16-jährige Millionen-Erbe John Paul Getty III. entführt - doch seine Familie zahlte die Lösegeldforderung nicht. Erst als die Täter ein abgeschnittenes Ohr verschickten, willigte der Großvater ein.

Weitere Ereignisse, die weltweit für Aufsehen sorgten, sind unter "heute vor ... Jahren" aufgelistet.

Milliardärsenkel John Paul Getty III.
Milliardärsenkel John Paul Getty III.  © Fotomontage: Ian Nicholson/epa/PA/dpa, Umberto Pizzi/Public Domain/Wikimedia Commons

John Paul Getty III. gehörte damals zur wohl reichsten Familie der Welt. Er war ein Nachkomme des Öl-Milliardärs Jean Paul Getty, galt als sein Lieblingsenkel - und genau diese Umstände machten den Jugendlichen zum Ziel der Täter.

In der Nacht am 10. Juli 1973 wurde der 16-Jährige auf dem Heimweg von einem Discobesuch auf der Piazza Fernese in Rom (Italien) schließlich von mehreren Männern der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta entführt.

Kurze Zeit später verlangten die Täter ein Lösegeld von rund 17 Millionen US-Dollar. Die Entführer gingen offenbar von einer problemlosen, schnellen Zahlung aus.

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Doch die Eltern des Jugendlichen konnten sich die Summe nicht leisten und auch der sparsame Großvater verweigerte zunächst jede Zahlung.

Er vermutete vielmehr eine Verschwörung, um an das Familienerbe zu gelangen und erklärte öffentlich, dass eine Auszahlung weitere Entführungen innerhalb der Familie provozieren könnte - er hätte schließlich 14 Enkelkinder.

Dadurch zog sich der Fall über Monate hin und entwickelte sich letztlich zu einem internationalen Medienspektakel.

Blutiger Beweis für die Entführung

Im November 1973 eskalierte die Situation. Die Entführer schickten ein abgeschnittenes Ohr von John Paul Getty III. zusammen mit einer Haarsträhne an eine italienische Zeitung und kündigten an, den Jugendlichen so stückchenweise zurückzuschicken.

Nachdem die Täter ihre Forderung reduziert hatten, stimmte J. Paul Getty einer Zahlung zu. Berichten zufolge zahlte er rund 2,2 Millionen US-Dollar - die maximale Summe, die steuerlich absetzbar gewesen sein soll. Einen weiteren Teil des Geldes gewährte er seinem Sohn als Darlehen, welches er jedoch mit vier Prozent Zinsen zurückforderte.

Kurz nach der Zahlung wurde der mittlerweile 17-jährige und stark abgemagerte John Paul Getty III. am 15. Dezember 1973 in Süditalien freigelassen.

Folgen für John Paul Getty III.

Die Entführung hatte langfristige Auswirkungen auf das Leben des jungen Getty-Erben. In den folgenden Jahren kämpfte er mit gesundheitlichen Problemen, Verfolgungsängsten sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch. 1981 erlitt er infolge einer Kombination aus Drogen und Alkohol einen schweren Schlaganfall, der zu dauerhaften körperlichen Einschränkungen führte.

John Paul Getty III. starb am 5. Februar 2011 im Alter von 54 Jahren an Multiorganversagen.

Die Entführung von John Paul Getty III. gilt bis heute als Symbol für die Schattenseiten extremen Reichtums. Internationale Aufmerksamkeit erhielt die Geschichte später erneut durch Bücher und den Ridley Scott-Film "Alles Geld der Welt", der die Ereignisse rund um das Lösegeld und die Getty-Familie aufgriff.

Titelfoto: Fotomontage: Ian Nicholson/epa/PA/dpa, Umberto Pizzi/Public Domain/Wikimedia Commons

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