Heute vor 82 Jahren: Als ein Zirkuszelt zur Todesfalle wurde
Heute vor 82 Jahren, am 6. Juli 1944, wurde eine Zirkusvorstellung in Hartford zur tödlichen Falle. Innerhalb weniger Minuten stand das riesige Zelt in Flammen. Mindestens 167 Menschen starben. Bis heute gilt das Zirkusfeuer als eine der schlimmsten Brandkatastrophen der USA.
Bewegende Ereignisse, die unvergessen bleiben, gibt es hier: heute vor ... Jahren.
Der Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus galt damals als einer der größten amerikanischen Wanderzirkusse, der unter anderem bekannt für seinen Werbeslogan "Die größte Show der Welt" war (und ist).
Er zeigte typische Attraktionen eines amerikanischen Großzirkus der 1940er Jahre. Dazu gehörten Akrobaten, Clowns, Trapezkünstler, Tierdressuren mit Elefanten und Löwen sowie Musik- und Paradeeinlagen.
Der Zirkus gastierte seit dem 5. Juli in Hartford (Connecticut, USA), an dessen Abend noch eine Vorführung stattfand. Auch bei der Veranstaltung am darauffolgenden Nachmittag war der Zuschauerandrang groß.
So befanden sich mehrere Tausend Menschen im Zirkuszelt, als es in Brand geriet. Das Feuer breitete sich innerhalb weniger Minuten über das gesamte sogenannte "Big Top" aus.
Mindestens 167 Menschen kamen ums Leben, Hunderte weitere wurden verletzt. Viele der Opfer waren Kinder, da zahlreiche Familien die Show besucht hatten.
Hochentzündliches Zeltmaterial verschärfte die Katastrophe
Später wurde bekannt, dass das Zelt mit einer Mischung aus Paraffinwachs und Benzin behandelt worden war, um es wasserabweisend zu machen und vor Regen zu schützen. Die Beschichtung galt damals zwar als üblich, erwies sich jedoch als extrem leicht entflammbar und führte schließlich dazu, dass sich das Feuer äußerst schnell ausbreitete.
Augenzeugen berichteten von dichtem Rauch, herabfallenden brennenden Stoffteilen und panischen Fluchtversuchen. Viele Besucher versuchten, unter den Seitenplanen oder über die wenigen, teilweise versperrten Ausgänge ins Freie zu gelangen.
Viele der Opfer wurden zu Tode getrampelt, erstickten, verbrannten oder starben durch andere vermeintlich rettende Fluchtmethoden.
Übrigens: Eines der Opfer des Zirkusbrands von Hartford blieb über Jahrzehnte unbekannt und wurde nur als "Little Miss 1565" bezeichnet - ein etwa sechsjähriges Mädchen mit ihrer Nummer im Leichenschauhaus. Ihre Identität konnte erst viele Jahre später, allerdings nur unter Vorbehalt, geklärt werden.
Nach dem Unglück wurden die Sicherheitsvorschriften für Zirkusse und Großveranstaltungen deutlich verschärft. Neue Regeln für Brandschutz, Notausgänge und feuerhemmende Materialien sollten ähnliche Katastrophen künftig verhindern.
Warum das Feuer ausbrach, konnte nie eindeutig bewiesen werden. Neben einem technischen Defekt wurde später auch Brandstiftung diskutiert. Die Ermittlungen lieferten jedoch kein abschließendes Ergebnis.
Titelfoto: AP/Gemeinfreiheit/Wikimedia Commons
