Heute vor 21 Jahren: Terror trifft London mitten im Berufsverkehr
Heute vor 21 Jahren, am 7. Juli 2005, wurde London Ziel mehrerer koordinierter Terroranschläge auf den öffentlichen Nahverkehr. Vier Attentäter zündeten Sprengsätze in drei U-Bahnen und einem Doppeldeckerbus. Dabei starben 52 Menschen, mehr als 700 wurden verletzt.
Welche Ereignisse sich außerdem jähren, erfährst Du hier: heute vor ... Jahren.
Die Explosionen ereigneten sich während des morgendlichen Berufsverkehrs. Innerhalb weniger Minuten detonierten die ersten drei Sprengsätze in U-Bahn-Zügen nahe Aldgate, Edgware Road und Russell Square. Eine knappe Stunde später explodierte ein vierter Sprengsatz in einem Doppeldeckerbus am Tavistock Square im Zentrum Londons.
Der öffentliche Verkehr wurde weitgehend eingestellt. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte evakuierten zahlreiche Stationen und sperrten Teile der Innenstadt ab. Viele Menschen waren stundenlang in den entsprechenden Zügen eingeschlossen.
Die vier Täter waren gemeinsam nach London gereist und bewegten sich anschließend zu unterschiedlichen Zielen im Verkehrsnetz. Mit dabei hatten sie Rucksäcke oder ähnliche Gepäckstücke, in denen sie ihre selbstgebauten Bomben unauffällig transportieren konnten.
Neben den Terroristen selbst kamen 52 Menschen ums Leben, mehr als 700 wurden zum Teil schwer verletzt. In den Medien werden die Anschläge auch "seven-seven" (7/7) bezeichnet.
Täter kamen aus dem eigenen Land
Umfangreiche Ermittlungen, Spurensuchen und gesichtetes Videomaterial von Überwachungskameras rekonstruierten die Abläufe der Anschläge und führten zu einer der größten Anti-Terror-Untersuchungen in der Geschichte Großbritanniens.
Die britischen Behörden identifizierten schließlich vier Täter. Sie waren britische Staatsbürger im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Drei von ihnen besaßen pakistanische Wurzeln, einer kam aus Jamaika.
Nach Erkenntnissen der Behörden hatten sich die Männer über einen längeren Zeitraum radikalisiert und standen unter dem Einfluss islamistischer extremistischer Ideologien.
Die Anschläge vom 7. Juli 2005 führten in Großbritannien zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen und neuen Anti-Terror-Gesetzen. Videoüberwachung, Kontrollen im öffentlichen Verkehr und die Zusammenarbeit europäischer Sicherheitsbehörden wurden in den folgenden Jahren ausgebaut.
Titelfoto: Fotomontage: Vuk Valcic/ZUMA Press Wire/dpa, Kerim Okten/dpa
