Heute vor 65 Jahren: 27-Jähriger wurde in 108 Minuten zur Legende

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Heute vor 65 Jahren, am 12. April 1961, schreibt der 27-jährige Juri Gagarin Geschichte: Er war als erster Mensch im Weltall.

Welche historischen Ereignisse sich außerdem jähren, erfährst Du unter: heute vor … Jahren.

Als erster Mensch im Weltraum wurde Juri Gagarin zur Legende.
Als erster Mensch im Weltraum wurde Juri Gagarin zur Legende.  © Wikimedia Commons/CC-BY-SA-4.0/mos.ru

In der Kapsel "Wostok-1" umrundet Juri Alexejewitsch Gagarin innerhalb von 108 Minuten die Welt. Der Start erfolgte kurz nach neun Uhr morgens im sowjetischem Raumfahrtzentrum Baikonur (Kasachstan). Gagarin selbst saß da allerdings schon zwei Stunden in der Kapsel, während das Raumschiff aufgetankt wurde und letzte Anpassungen gemacht wurden.

Übrigens: Als seine Blase morgens auf dem Weg zur Startrampe drückte, bat er den Busfahrer anzuhalten und pinkelte ans Hinterrad, was sich bei russischen Kosmonauten anschließend als glücksbringendes Ritual etablierte.

Keine zwei Stunden nach dem Start ging er mithilfe eines Fallschirms wieder sicher zu Boden, nachdem er den Schleudersitz in sieben Kilometern Höhe ausgelöst hatte.

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Die Kapsel selbst krachte etwa vier Kilometer entfernt in der russischen Stadt Engels zu Boden. Dort erinnert heute ein Denkmal an die historische Mission - zuvor hatte Moskau nur Hunde ins All geschickt.

Beinahe-Katastrophen im All

Die Mission verlief weitgehend reibungslos. Zunächst geriet die Umlaufbahn höher als geplant. Als Folge hätte Gagarin im schlimmsten Fall bis zu zehn Tage im All verbringen müssen - ohne ausreichend Verpflegung. Die Raumfähre geriet allerdings wieder auf Kurs.

Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre kam die Landekapsel außerdem ins Trudeln, da sie sich nicht wie geplant vom Raumschiff löste. Von Gagarin hörte man auf der Station an Boden nur noch ein "Genossen, ich brenne".

Aus Sicherheitsgründen löste er in sieben Kilometern Höhe den Schleudersitz aus und hatte großes Glück, dass sich die Fallschirme dabei nicht verhedderten, was fatal ausgegangen wäre. Für diesen schlimmsten Fall hatte Gagarin bereits einen Abschiedsbrief für seine Frau hinterlassen.

Stattdessen verlief seine Landung aber sicher.

Vom Bauernsohn zur Legende

Gagarins Weg ins All war alles andere als vorgegeben. Aufgewachsen in einer Bauernfamilie absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Gießer, bevor er sich in der Armee zum Kampfjetflieger ausbilden ließ. Als Kampfjetflieger bewarb er sich für eine Raumfahrtmission.

1960 wurde er aus tausenden Bewerbern ausgewählt - aufgrund seiner ausgezeichneten Testergebnisse sowie seiner ruhigen und respektvollen Art. Aber auch seine relativ geringe Größe von 1,57 Metern war von Vorteil. Außerdem soll er positiv aufgefallen sein, als er seine Schuhe auszog, bevor er die Raumkapsel erstmals betrat.

Seine Mission wurde zunächst geheim gehalten. Seiner Mutter erzählte er nur, er würde länger verreisen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Mission bewarb er sich für weitere Weltraumprojekte, was allerdings nicht noch einmal klappte. Stattdessen wurde er Kosmonautenausbilder.

Aus dieser Kapsel ließ sich Gagarin zur Landung mit dem Fallschirm auswerfen.
Aus dieser Kapsel ließ sich Gagarin zur Landung mit dem Fallschirm auswerfen.  © Wikimedia Commons/CC-BY-SA-2.5/Errabee

Gagarins Vermächtnis

Am 27. März 1968 starb Juri Gagarin mit nur 34 Jahren bei einem Testflug eines Kampfjets. Die genaue Ursache für den Absturz, bei dem auch sein Kollege Wladimir Serjogin ums Leben kam, bleibt ungeklärt.

Unvergessen ist Gagarins Leistung bis heute. Seit dem Raumflug am 12. April 1961 gilt er als Nationalheld. In Russland wird der 12. April bereits seit 1961 jährlich als "Tag des Kosmonauten" gefeiert. 2011 erklärten auch die Vereinten Nationen den 12. April offiziell zum "Internationalen Tag der bemannten Raumfahrt".

Die Raummission war schließlich nicht nur Teil russischer Geschichte, sondern auch ein Meilenstein für die gesamte Menschheit.

Titelfoto: Wikimedia Commons/CC-BY-SA-4.0/mos.ru

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