Heute vor 91 Jahren, am 13. Januar 1935, wurde mit einer Volksabstimmung entschieden, dass das Saargebiet zurück ins Deutsche Reich eingegliedert werden soll - eine bedeutsame Entscheidung für mehr als 500.000 Menschen.
Welche Ereignisse sich noch jähren, erfährst Du unter: heute vor … Jahren.
Was war die Ausgangslage?
Seit dem Versailler Vertrag mit dem Ende des Ersten Weltkrieges war das Saarbecken ab 1919 vom Deutschen Reich getrennt und wurde ab dem 10. Januar 1920 offiziell vom Völkerbund verwaltet.
Völkerrechtlich gehörte es noch zu Deutschland, sodass Einwohnende ihre Staatsbürgerschaft behielten, ohne jedoch zum Deutschen Reichstag wahlberechtigt zu sein. Auf der anderen Seite gehörte das Gebiet in dieser Zeit zum französischen Wirtschaftsraum.
Als wirtschaftlicher Ausgleich der Kriegsschäden gingen die örtlichen Steinkohlengruben sowie das Recht zum alleinigen Abbau in Frankreichs Besitz.
Nach 15 Jahren soll dann eine Volksabstimmung erneut über die staatliche Zugehörigkeit entscheiden.
Optionen und Ergebnis der Abstimmung
Bei der Abstimmung über für die Zukunft des Saargebiets am 13. Januar 1935 standen folgende drei Optionen zur Wahl:
Status quo: Beibehalten der bisherigen Rechtsordnung:Antifaschistische Kräfte hofften, nach 15 Jahren und einem Niedergang Hitlers erneut abzustimmen.
Diese Option wurde vor der Abstimmung nicht umworben, da es keine Hoffnung für das Eintreten dieses Falles gab. Stattdessen galt Frankreich inoffiziell als Befürworter der ersten Option.
Vereinigung mit Deutschland und Zugehörigkeit zu Hitler:
Das war der Ausgang, für den die nationalistische Propaganda klar dominierte. Eine wichtige Rolle spielte dabei auch der Rundfunk.
Ergebnis der Abstimmung
Das Ergebnis der Abstimmung wurde am 15. Januar 1935 um 8.15 Uhr live im Radio verkündet - sowohl auf Deutsch als auch Französisch und Englisch.
Eine klare Mehrheit von 90,7 Prozent stimmte für die Eingliederung in Deutschland, 8,9 Prozent wünschten das Beibehalten des Status quo und 0,4 Prozent stimmten für den Anschluss an Frankreich.
Folgen der Abstimmung
Mit dem Zusammenschluss ging das Gebiet nicht an Preußen oder Bayern, sondern wurde eigens zum Reichsland Saarland.
Ab dem 18. Februar wurde es zu deutschem Zollgebiet und nutzte neben französischen Francs von da an auch die Reichsmark als Währung. Mit dem 1. März 1935 verfügte der Völkerbundsrat die offizielle Eingliederung des Saarlands ins Deutsche Reich.
Da das Gebiet seit 1933 als Zufluchtsort für Juden und Hitlergegner galt, flüchteten etwa 4000 bis 8000 solcher Gegner der Nationalsozialisten nach der deutlichen Abstimmung unter anderem nach Frankreich oder Luxemburg.
Das nationalsozialistische Regime gewann durch den Ausgang der Abstimmung dagegen noch an Prestige.
Weitere Entwicklung des Saargebiets
Das Saarland blieb dennoch nicht für immer uneingeschränkt Teil Deutschlands.
Nach dem Zweitem Weltkrieg war es Teil der französischen Besatzungszone in Deutschland, aus der es 1946 gelöst wurde und ein Jahrzehnt den Sonderstatus als autonomes, aber wirtschaftlich an Frankreich gebundenes Land übernahm.
Erst am 1. Januar 1957 wurde das Saarland wieder in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert.