Heute vor 21 Jahren, am 5. September 2005, kam es zu einem schweren Seilbahnunglück in Sölden (Österreich). Ein Transporthubschrauber verlor eine etwa 700 Kilogramm schwere Betonlast, die auf die Schwarze-Schneid-Bahn fiel. Neun deutsche Wintersportler starben, darunter sechs Kinder.
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Am 5. September 2005 war über dem Rettenbachferner, einem Gletscherskigebiet im Tiroler Ötztal, ein Transporthubschrauber unterwegs. An seiner Außenlast hing ein mit mehreren hundert Kilogramm Beton gefüllter Kübel.
Dann löste sich aufgrund eines technischen Defekts die Last. Der Betonkübel fiel hinab, direkt auf den Förderstrang der Schwarze-Schneid-Bahn, und versetzte das Seil in heftige Schwingungen. Dadurch wurde eine Gondel aus dem Förderseil gerissen und stürzte in die Tiefe.
Auch zwei weitere Gondeln gerieten durch die Schwingungen des Seils stark ins Schwanken. Mehrere Fahrgäste wurden aus einer Kabine geschleudert.
Neun Menschen aus Deutschland starben, darunter sechs Kinder im Alter von zwölf bis 14 Jahren. Neun weitere Personen wurden verletzt. Die Opfer stammten aus Baden-Württemberg und Bayern.
Warum löste sich der Betonkübel?
Nach dem Unglück konzentrierten sich die Ermittlungen auf den Lastenhaken des Hubschraubers. Ein technisches Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass eine Fehlfunktion der Auslösevorrichtung zum Öffnen des Hakens geführt hatte. Ein Metallspänchen soll dabei eine Fehlschaltung verursacht haben. Der Pilot hatte den Auslöser demnach nicht selbst betätigt.
Später beschäftigten sich auch die Gerichte mit dem Unglück. Im Mittelpunkt stand unter anderem die Frage, warum der Transportflug über die damals in Betrieb befindliche Seilbahntrasse geführt worden war.
Der Pilot wurde schließlich wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung verurteilt.
Bereits im November 2004 war die Unglücksbahn an einem aufsehenerregenden Zwischenfall beteiligt. Damals verhakte sich ein stark schwingendes Steuerseil mit einer leeren, talwärts fahrenden Gondel, die daraufhin abstürzte. Verletzt wurde niemand.
Die anschließenden Bergungsarbeiten dauerten mehrere Stunden: 113 Fahrgäste mussten einzeln aus den stecken gebliebenen Gondeln abgeseilt werden – teilweise aus bis zu 50 Metern Höhe.