Heute vor 114 Jahren: Der Einsturz der Seebrücke von Binz - das Unglück, das die DLRG mitbegründete

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Heute vor 114 Jahren, am 28. Juli 1912, endete ein Sommertag auf Rügen in einer Tragödie. Der Einsturz der Seebrücke von Binz kostete 16 Menschen das Leben – und veränderte die Wasserrettung in Deutschland nachhaltig.

Welche Ereignisse sich außerdem jähren, erfährst Du hier: heute vor ... Jahren.

Damals wie heute ist die Seebrücke in Binz ein beliebtes Ausflugsziel.
Damals wie heute ist die Seebrücke in Binz ein beliebtes Ausflugsziel.  © Stefan Sauer/dpa

An diesem Sommersonntag herrschte reger Betrieb im beliebten Ostseebad Binz. Hunderte Urlauber und Tagesgäste hatten sich auf der Seebrücke versammelt, um die an- und ablegenden Ausflugsdampfer bzw. die damals vor Ort ankernden Kriegsschiffe der Kaiserlichen Marine zu beobachten.

Andere Passagiere warteten darauf, den ankommenden Dampfer "Kronprinz Wilhelm" zu empfangen oder an Bord zu gehen. Als sich während des Anlegemanövers besonders viele Menschen auf dem Brückenkopf drängten, versagte die Konstruktion und stürzte mit den darauf stehenden Personen in das etwa sechs Meter tiefe Wasser.

Die Rettung der Verunglückten begann unmittelbar nach dem Einsturz. Die Besatzung des Dampfers, Matrosen der Kaiserlichen Marine sowie zahlreiche Helfer aus Binz zogen Menschen aus dem Wasser und versorgten Verletzte.

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Trotz des schnellen Einsatzes konnten nicht alle Menschen gerettet werden, mindestens 16 Personen kamen ums Leben.

Warum der Einsturz so verheerende Folgen hatte

Warum die Seebrücke einstürzte, ließ sich damals nicht mit den heutigen technischen Möglichkeiten untersuchen. Historische Berichte gehen jedoch davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenkamen.

Neben dem hohen Andrang auf dem Brückenkopf könnten auch Vorschäden an der Holzkonstruktion, unter anderem durch Eisgänge in den Wintermonaten, eine Rolle gespielt haben.

Hinzu kam, dass nicht einmal fünf Prozent der Deutschen damals schwimmen konnten. Außerdem besaß kaum jemand die Fähigkeit, Menschen aus dem Wasser zu retten geschweige denn Erste Hilfe zu leisten.

Wie das Unglück zur Gründung der DLRG führte

Das Ereignis machte deutlich, dass es in Deutschland an einer organisierten Wasserrettung fehlte. Die öffentliche Anteilnahme trug dazu bei, dass bereits 1913 die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (kurz: DLRG) gegründet wurde und noch im selben Jahr die ersten Rettungsschwimmer ausgebildet wurden.

Deren Ziel ist es bis heute unter anderem, Ertrinkungsunfälle zu verhindern, die Schwimmfähigkeit der Bevölkerung zu verbessern sowie über Gefahren im und am Wasser aufzuklären.

Die beim Unglück zerstörte Seebrücke existiert nicht mehr. Die heutige Seebrücke in Binz wurde 1994 eröffnet und zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf Rügen. Das Unglück von 1912 bleibt jedoch ein bedeutender Teil der Ortsgeschichte und erinnert daran, wie wichtig sichere Bauwerke und organisierte Rettungsdienste an Küsten und Gewässern sind.

Titelfoto: Stefan Sauer/dpa

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