Heute vor 21 Jahren: Der rätselhafte Geisterflug von Helios Airways
Heute vor 21 Jahren, am 14. August 2005, verlor die Flugsicherung den Kontakt zu einer Boeing 737. Die Maschine blieb zwar auf Kurs, doch aus dem Cockpit kam keine Antwort mehr. Was nach einem Filmszenario klingt, passierte damals tatsächlich. Der Helios-Airways-Flug 522 wurde zum berühmten Geisterflug.
Viele weitere bewegende Begebenheiten gibt's unter "heute vor ... Jahren".
Am 14. August 2005 startete die Maschine der zyprischen Fluggesellschaft Helios Airways von Larnaka auf Zypern. An Bord befanden sich 121 Menschen. Das Ziel: zunächst Athen, anschließend Prag. Allerdings endete der Flug nicht wie geplant.
Nach dem Start bemerkte die Flugsicherung, dass die Crew der Boeing 737 nicht mehr auf Funksprüche reagierte. Die Maschine befand sich jedoch weiterhin auf Kurs und wurde vom Autopiloten gesteuert.
Schließlich schickte die griechische Luftwaffe zwei F-16-Kampfjets los, um die Boeing 737 zu überprüfen. Die Piloten konnten die Maschine zwar aus nächster Nähe beobachten, ein Eingriff war allerdings nicht möglich.
Weil das Flugzeug weiterflog, aber niemand aus dem Cockpit antwortete, bekam der Vorfall später den Namen "Geisterflug".
Wie es zum Geisterflug kam
Die Unfalluntersuchung hinterher ergab, dass ein Problem mit der Kabinendruckregelung eine entscheidende Rolle spielte.
Nach Wartungsarbeiten war der Schalter des Druckregelsystems nicht in die vorgesehene automatische Betriebsart zurückgestellt worden. Während des Steigflugs konnte dadurch der notwendige Druck in der Kabine nicht ausreichend aufgebaut werden.
In der Folge sank die Sauerstoffkonzentration und es wurden die Sauerstoffmasken über den Passagiersitzen ausgelöst. Der zunehmende Sauerstoffmangel beeinträchtigte die Menschen an Bord und führte dazu, dass Besatzung und Passagiere nach und nach ihre Handlungsfähigkeit sowie letztlich ihr Bewusstsein verloren.
Den Untersuchungsergebnissen zufolge wurden zudem Warnsignale im Cockpit nicht richtig interpretiert.
Die Boeing 737 flog dennoch weiter – aber ohne eine einsatzfähige Besatzung.
Das tragische Ende des Helios-Airways-Flugs 522
Die F-16-Piloten beobachteten schließlich, dass eine Person das Cockpit betrat. Es handelte sich vermutlich um einen Flugbegleiter mit Pilotenausbildung, der noch teilweise handlungsfähig war. Er konnte die Maschine jedoch nicht mehr unter Kontrolle bringen.
Nachdem der Treibstoff der Boeing 737 verbraucht war, stürzte der Helios-Airways-Flug 522 nahe Grammatiko nördlich von Athen ab. Keiner der 121 Menschen an Bord überlebte.
Die spätere Autopsie der Todesopfer ergab, dass sie beim Aufprall des Flugzeugs auf dem Boden ums Leben kamen und nicht bereits in der Luft erstickt oder erfroren waren.
Der Geisterflug von Helios Airways bleibt bis heute eines der rätselhaftesten und erschütterndsten Kapitel der Luftfahrtgeschichte. Eine Verkettung kleiner Fehler führte zu einer Tragödie, bei der 121 Menschen ihr Leben verloren – und die bis heute als Mahnung für die Bedeutung der Flugsicherheit gilt.
Titelfoto: Irgendjemand/CC BY-SA 4.0/Wikimedia Commons
