Heute vor 46 Jahren zerbrach eine Karriere nach einem missglückten Salto

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Heute vor 46 Jahren, am 3. Juli 1980, stürzte die russische Weltmeisterin Jelena Muchina bei einem Trainingssprung wenige Wochen vor Olympia unglücklich auf das Kinn - und blieb dauerhaft querschnittgelähmt. Der missglückte Thomas-Salto zählt bis heute zu den schwersten Unfällen der Turngeschichte.

Bewegende Schicksale aus aller Welt gibt es hier: heute vor ... Jahren.

Jelena Muchina am Schwebebalken bei den Weltmeisterschaften 1978.
Jelena Muchina am Schwebebalken bei den Weltmeisterschaften 1978.  © Fotomontage: Eileen Lansley/CC BY-SA 4.0/Wikimedia Commons

Die russische Kunstturnerin Jelena Muchina, international auch als Elena Mukhina bekannt, galt Ende der 1970er Jahre als eines der größten Talente im Gerätturnen.

Die mehrmalige Europameisterin sowie Weltmeisterin von 1978 bereitete sich 1980 auf die Olympischen Sommerspiele in Moskau vor, als es bei einem Training zu diesem tragischen Unglück kam.

Muchina hatte im Jahr zuvor bereits einen Beinbruch erlitten, befand sich zu der Zeit also noch im Aufbautraining und fühlte sich Berichten zufolge noch lange nicht fit.

Heute vor 32 Jahren: Dieses Eigentor hatte tödliche Folgen
Heute vor ... Jahren Heute vor 32 Jahren: Dieses Eigentor hatte tödliche Folgen

Am 3. Juli 1980 kam es schließlich zu dem folgenschweren Unfall: Beim Versuch eines Thomas-Saltos verlor die Turnerin die Kontrolle über die Landung und stürzte auf ihr Kinn.

Dabei zog sie sich so massive Verletzungen an der Halswirbelsäule zu, dass sie dauerhaft querschnittgelähmt blieb und seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen war.

Was ist ein Thomas-Salto?

Der Thomas-Salto war eines der schwierigsten Elemente im Gerätturnen seiner Zeit. Dabei macht die Turnerin oder der Turner eineinhalb Rückwärtssaltos in der Luft und dreht sich zusätzlich noch eineinhalbmal um die eigene Körperachse.

Das Besondere: Die Bewegung endet nicht mit einer normalen Landung auf den Füßen. Stattdessen geht der Sprung direkt in eine Vorwärtsrolle über. Genau diese Kombination aus schneller Rotation, Drehung und der ungewöhnlichen Landung machte den Thomas-Salto besonders riskant. Schon kleine Fehler konnten schwere Folgen haben.

Das Turnelement wurde nach dem US-amerikanischen Turner Kurt Thomas benannt.

Vom Risiko zum Verbot: Das Ende des Thomas-Saltos im Gerätturnen

Der schwere Unfall der Turnerin im Jahr 1980 sowie weitere gefährliche Zwischenfälle rückten die Risiken bestimmter Turnelemente stärker in den Fokus. In den folgenden Jahren diskutierten Trainer, Kampfrichter und internationale Verbände intensiver über Sicherheitsstandards im Gerätturnen.

Der internationale Turnverband Fédération Internationale de Gymnastique (FIG) entfernte schließlich sogenannte "Roll-out-Elemente" aus dem Regelwerk bzw. wertete sie nicht mehr als zulässige Abgänge. Damit verschwand auch der Thomas-Salto aus großen internationalen Wettkämpfen.

Das Ziel war, das Risiko schwerer Kopf- und Halswirbelsäulenverletzungen zu reduzieren.

Jelena Muchina konnte nie an den Olympischen Spielen teilnehmen, obwohl sie als große Medaillenanwärterin galt. Jahre später wurde sie mit dem Leninorden, der höchsten Auszeichnung der damaligen Sowjetunion, ausgezeichnet. Zusätzlich ehrte das Internationale Olympische Komitee (IOC) ihre sportliche Karriere 1983 mit der Silbermedaille des Olympischen Ordens.

Muchina starb mit gerade einmal 46 Jahren am 22. Dezember 2006.

Titelfoto: Eileen Lansley/CC BY-SA 4.0/Wikimedia Commons

Mehr zum Thema Heute vor ... Jahren: