Heute vor neun Jahren: So wurde ein Champions-League-Spiel des BVB überschattet

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Heute vor neun Jahren, am 11. April 2017, kam es zu einem schockierendem Zwischenfall auf dem Weg zum Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel des BVB: Ein Anschlag zielte auf die Spieler und den Mannschaftsbus der Borussia Dortmund ab.

Was sich außerdem jährt, erfährst Du unter: heute vor … Jahren.

Heute vor neun Jahren gab es einen Anschlag auf den Mannschaftsbus und die Spieler des BVB.
Heute vor neun Jahren gab es einen Anschlag auf den Mannschaftsbus und die Spieler des BVB.  © Wikimedia Commons/CC-BY-SA-2.0/BEN Rijks

Es sollte eigentlich ein großer Fußballabend werden.

Die Mannschaft war auf dem Weg vom Teamhotel zum Westfalenstadion - heute eigentlich Signal Iduna Park -, wo um 20.45 Uhr das Viertelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League gegen die AS Monaco angepfiffen werden sollte.

Gegen 19.15 Uhr passierte der Bus des BVB die Wittbräucker Straße 563 im Stadtteil Höchsten in Dortmund, als in einer Hecke drei Sprengsätze gezündet wurden. Bestückt mit insgesamt 65 zehn Zentimeter langen Metallstiften entfalteten sie eine Sprengwirkung von 100 Metern.

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Dabei bohrten sich Metallstifte in die Kopfstütze eines Sitzes sowie in eine Hauswand.

Verletzte und Schockmoment

Im Bus herrschte Schock und Chaos. Aus erster Angst vor einer gewaltvollen Übernahme des Busses wurde Erschütterung beim Anblick von Verletzungen. Getroffen hatte es vor allem Abwehrspieler Marc Bartra: Er erlitt einen Speichenbruch sowie mehrere blutige Verletzungen am Arm durch herumfliegende Splitter. Auf ihn sollten eine Operation und vier Wochen Zwangspause warten.

Außerhalb des Busses erlitt ein Polizist ein Knalltrauma sowie einen Schock.

Dass der Angriff nicht schlimmer ausging, lag an der Platzierung der Sprengsätze. Insbesondere einer war zu hoch angebracht und explodierte glücklicherweise hoch über dem Bus.

Beschädigte Hecken: Von hier ging die Explosion der Splitterbombe aus.
Beschädigte Hecken: Von hier ging die Explosion der Splitterbombe aus.  © Wikimedia Commons/CC-BY-SA-4.0/Helfmann

Ermittlungen und falsche Fährten

Nahe dem Tatort fand man außerdem drei textgleiche Bekennerbriefe. Die Authentizität unter anderem eines scheinbar islamistischen sowie eines angeblich von einer Antifa-Gruppierung stammenden Schreiben wurde jedoch durch Gutachten angezweifelt. Letztendlich handelte es sich um eine falsche Spur, eine gezielte Irreführung des Täters.

Am 21. April 2017 wurde ein Tatverdächtiger festgenommen.

Er hatte eine Woche zuvor Optionsscheine auf die BVB-Aktie im Wert von über 26.000 Euro gekauft - in der Hoffnung auf einen Kurssturz nach dem Anschlag. Das Motiv lautete also Habgier.

Sergej W. gestand die Tat, beteuerte aber, dass er keine Tötungsabsicht gehabt hätte und lediglich einen Anschlag vortäuschen wollte. Tatsächlich hätte er die Sprengsätze bewusst so konzipiert, dass niemand ernsthaft zu Schaden kommen sollte.

Am 27. November 2018 wurde er wegen 28-fachen versuchten Mordes zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Die Folge

Das Spiel wurde für den Abend abgesagt und auf den folgenden Tag, den 12. April um 18.45 Uhr verlegt - ein kurzfristiger Termin, den Trainer Thomas Tuchel kritisierte. Dortmund verlor mit 2:3.

Doch das Ergebnis rückte langfristig in den Hintergrund. Für viele Fans, aber insbesondere Spieler und Beteiligte wirkt der Anschlag auch heute noch nach.

Titelfoto: Wikimedia Commons/CC-BY-SA-2.0/BEN Rijks

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