Heute vor 25 Jahren: Das Ende einer Raumfahrt-Ikone - Wie die Mir sicher zur Erde fiel

Heute vor 25 Jahren, am 23. März 2001, verabschiedete sich die russische Raumstation "Mir" nach über 15 Jahren im All. Ein präzises Deorbit-Manöver sorgte dafür, dass die Station sicher in der Atmosphäre verglühte.

Beeindruckende Ereignisse aus aller Welt gibt es hier: heute vor ... Jahren.

Die damalige russische Raumstation "Mir" mit der Erde im Hintergrund (Archivbild).
Die damalige russische Raumstation "Mir" mit der Erde im Hintergrund (Archivbild).  © NASA/dpa

Die von der Sowjetunion erbaute Raumstation Mir (russisch: Frieden, Welt) startete im Februar 1986 und prägte über 15 Jahre die bemannte Raumfahrt.

Sie bestand aus mehreren Modulen, die erst im Laufe der Jahre im All zusammengebaut wurden, wog rund 130 Tonnen und ermöglichte internationale Missionen sowie zahlreiche wissenschaftliche Experimente. Unter anderem konnten durch sie wertvolle Informationen über den Langzeitaufenthalt im Weltall gesammelt werden.

Trotz zahlreicher Erfolge zeigten sich ab den späten 1990er-Jahren Alterungserscheinungen: Lebenserhaltungssysteme verschlissen, die Elektronik fiel aus und die Wartung wurde zunehmend aufwändiger. Der technische Zustand der Station machte eine weitere Nutzung unsicher, und der Betrieb war kostenintensiv.

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Schließlich entschied die russische Raumfahrtagentur, die Mir planmäßig aus der Umlaufbahn zu bringen. Ein überwachter sogenannter Deorbit sollte einen unkontrollierten Absturz verhindern, bei dem Trümmer auf bewohnte Gebiete fallen könnten.

Der kontrollierte Absturz der Mir

Am 23. März 2001 begann das Deorbit-Manöver. Triebwerke der Mir senkten die Umlaufbahn gezielt. Insgesamt waren drei Bremsimpulse nötig, bis das Raumschiff beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühte.

Der größte Teil der Station verbrannte, nur wenige Trümmer fielen kontrolliert in den Pazifischen Ozean südöstlich der Fidschi-Inseln.

Der Ablauf zeigt, wie präzise die Berechnung von Bahn und Eintrittswinkel sein muss, um Risiken für Menschen und Infrastruktur zu minimieren.

Das Ende einer Ära - und die Folgen

Der Abschied der Mir markierte das Ende einer Ära sowjetischer Raumstationen. Die gewonnenen Daten halfen dabei, Sicherheitsprotokolle für die Internationale Raumstation ISS zu verbessern und die Planung zukünftiger Raumstationen zu optimieren. Gleichzeitig machte der kontrollierte Wiedereintritt deutlich, wie wichtig Maßnahmen gegen Weltraumschrott sind.

Die Mir war mehr als eine technische Errungenschaft: Mit über 15 Jahren im All, mehr als 100 Missionen und zahlreichen Experimenten prägte sie die Geschichte der Raumfahrt.

Der kontrollierte Absturz gilt als Vorbild für sichere Entsorgung großer Raumstationen.

Trotz ihres Endes bleibt die Mir ein Symbol für internationale Zusammenarbeit, technologische Innovation und die Herausforderungen der bemannten Raumfahrt. Immerhin umrundete die Station in ihrer 15-jährigen Geschichte mehr als 86.000 Mal die Erde.

Titelfoto: NASA/dpa

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