Vorsicht beim Verkaufen: Diese Betrugsmasche kann jeden treffen

Deutschland - Wer kennt es nicht? Man stellt einen gebrauchten Gegenstand bei Kleinanzeigen ein - in der Hoffnung, jemand findet dafür noch Verwendung und man kann ihn weiterverkaufen. Doch statt eines erfolgreichen Geschäfts können Nutzer in die Falle von Betrügern geraten. TAG24 zeigt, wie die Täter vorgehen.

Wer bei Kleinanzeigen etwas verkauft, sollte genau darauf achten, welche persönlichen Daten er weitergibt und an wen. (Symbolbild)  © -/Kleinanzeigen/dpa

Ein gebrauchtes T-Shirt, eine Handtasche und ein Pullover gerieten dabei ins Visier der Betrüger. Die Chatverläufe begannen völlig harmlos und folgten einem ähnlichen Muster.

"Hallo, ich würde es kaufen. Ist es noch erhältlich? Würdest du es verschicken?", schrieb eine vermeintliche Interessentin. Kurz darauf bat sie um die mit PayPal verknüpfte E-Mail-Adresse.

Doch anstatt das Geld zu überweisen, behauptete sie wenig später, bei ihr erscheine "jedes Mal eine Fehlermeldung". Deshalb habe sie die Zahlung angeblich über das Bezahlsystem von Kleinanzeigen veranlasst. Eine Bestätigungsmail soll bereits im Postfach eingegangen sein. Im Kleinanzeigen-Chat fehlte jedoch die sonst übliche Anfrage zur Verfügbarkeit des Artikels.

Betrugsfälle Tagelang von der "Bank" kontaktiert: Ehepaar um 10.000 Euro abgezockt

Tatsächlich traf kurze Zeit später eine E-Mail ein - angeblich vom Kleinanzeigen-Team. Ein genauer Blick auf den Absender machte jedoch stutzig: Hinter der vermeintlichen Kleinanzeigen-Mail verbarg sich eine polnische E-Mail-Adresse.

Darin hieß es, eine Zahlung sei eingegangen und der Verkauf müsse lediglich bestätigt werden. "Bitte prüfe den Verkauf, damit wir mit der Auszahlung fortfahren können", lautete die Nachricht, deren Gestaltung verblüffend an das Design von Kleinanzeigen erinnerte. Wer jedoch auf den enthaltenen Link klickte, wurde aufgefordert, seine Kontodaten einzugeben.

Auf eine Nachfrage bei der angeblichen Interessentin brach der Kontakt sofort ab. Eine Antwort blieb aus.

Anzeige
Die Betrüger haben es zunächst auf die mit PayPal verknüpfte E-Mail-Adresse der Verkäufer abgesehen (l.). Im nächsten Schritt versenden sie eine täuschend echt wirkende E-Mail im Namen von Kleinanzeigen.  © Bildmontage: TAG24
So sollte es richtig aussehen, wenn ein Interessent bei Kleinanzeigen über das Bezahlsystem der Plattform bezahlt.  © Bildmontage: TAG24

Kleinanzeigen warnt mit verschiedenen Sicherheitshinweisen

Kleinanzeigen weist in verschiedenen Sicherheitshinweisen darauf hin, dass bei der Funktion "Sicher bezahlen" keine privaten oder sensiblen Daten weitergegeben werden müssen - insbesondere nicht auf externen Websites.  © Bildmontage: TAG24

Wenig später folgte schließlich eine echte E-Mail von Kleinanzeigen. Darin teilte das Unternehmen mit, dass das Konto der Käuferin eingeschränkt worden sei, weil der Verdacht bestehe, das Nutzerkonto werde "missbräuchlich durch Dritte verwendet".

Auf TAG24-Anfrage teilt eine Pressesprecherin von Kleinanzeigen mit, dass die Betrugsmasche bekannt sei. "Ein häufiges Vorgehen von Betrügern besteht darin, Nutzer möglichst schnell von unserer Plattform wegzulocken, etwa über externe Links, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern." In solchen Fällen habe die Online-Plattform keinen Einfluss mehr und die "Schutzmechanismen können nicht mehr greifen", so die Sprecherin.

Um Nutzer zu schützen, hat der Online-Marktplatz verschiedene Sicherheitsmaßnahmen eingeführt.

Betrugsfälle Betrüger-Abzocke mit Kochtopf: Seniorin händigt Geld an Fremden aus

Wer im Chat sensible Daten wie E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder Kontodaten teilt, bekommt einen großflächigen Warnhinweis eingeblendet, der aktiv bestätigt werden muss. Darin warnt Kleinanzeigen vor der Weitergabe persönlicher Daten und empfiehlt, ausschließlich sichere Bezahlmethoden zu nutzen. Außerdem weist das Unternehmen darauf hin, dass bei der Funktion "Sicher bezahlen" keine sensiblen Daten weitergegeben werden müssen.

Seriöse E-Mails auf dem Portal werden mit der Endung "Kleinanzeigen.de" versendet

Zwar informiert Kleinanzeigen per E-Mail über den Kauf, die gesamte Abwicklung erfolgt jedoch direkt im Chat der App oder der Webversion.  © Bildmontage: TAG24

Erhalten Nutzer eine verdächtige Nachricht, sollten sie diese melden und die Absenderadresse genau prüfen. "E-Mails von Kleinanzeigen werden ausschließlich mit der Endung 'Kleinanzeigen.de' versendet". Außerdem betont die Sprecherin, dass keine E-Mails verschickt werden, "die direkt auf externe Bezahlseiten oder ähnliche Seiten führen". Die gesamte Abwicklung der Funktion "Sicher bezahlen" erfolge ausschließlich direkt im Chat.

Wer jedoch bereits auf einen verdächtigen Link geklickt oder Daten eingegeben hat, sollte sich umgehend mit seiner Bank oder dem jeweiligen Zahlungsdienstleister in Verbindung setzen und Anzeige bei der Polizei erstatten, rät die Pressevertreterin.

Mehr zum Thema Betrugsfälle: