Clan-Kriminalität in Sachsen: Besonders eine Region ist betroffen
Von André Jahnke
Leipzig - Die Aktivitäten krimineller Familienclans aus Syrien nehmen in Sachsen zu. Im Freistaat gehörten 700 bis 1000 Menschen dem syrischen Clan-Milieu an, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) sagte. Ein Schwerpunkt sei der Raum Leipzig. Demnach sind 130 Menschen wegen Straftaten bei der Polizei aktenkundig. Zuvor hatte "Focus online" berichtet.
Aus den Clans heraus würden Straftaten aller Art begangen, sagte der Leiter des Dezernats Organisierte Kriminalität und der "Task Force Clan" beim LKA, Raiko Märtins. "Darunter Rohheitsdelikte, Betäubungsmittelhandel, Geldwäsche, Steuerdelikte, Schleusungskriminalität, Urkunden- und Verkehrsdelikte, illegale Finanztransaktionen sowie verschiedene Betrugsformen."
Märtins sagte "Focus online", die Clans finanzierten ihr gesamtes Leben mit illegalen Geschäften. "Die akzeptieren unsere Justiz nicht, die setzen auf eigene Friedensrichter, die regeln alles intern.
Im Grunde genommen verachten sie unseren Staat, unser gesamtes System. Die Abschottung innerhalb der Familienverbünde ist enorm."
Die "Task Force Clan" hatte im Oktober 2023 ihre Arbeit aufgenommen. Darin arbeiten Kräfte des LKA Sachsen, der Bundespolizei, des Hauptzollamts Dresden, des Finanzamts mit der Steuerfahndung, der Bereitschaftspolizei Sachsen sowie des Zollfahndungsamts Dresden zusammen.
40 größere Einsätze gegen Clan-Kriminelle
Den Angaben zufolge gab es rund 40 größere Einsätze gegen Clan-Kriminelle.
Mehrere Verdächtige wurden festgenommen, einige angeklagt und rechtskräftig zu Gefängnisstrafen verurteilt.
Titelfoto: IMAGO/EHL Media
