Extremhitze Ende Juni: Justiz prüft Mitverschulden an Todesfällen in NRW-Kliniken

Von Frank Christiansen

Leverkusen - Im Zusammenhang mit den zwölf Todesfällen im St. Remigius-Krankenhaus in Leverkusen am Hitze-Wochenende Ende Juni hat die Kölner Staatsanwaltschaft sieben Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

Genaue Zahlen zu sogenannten Hitzetoten lassen sich nur schwer erfassen, da hohe Temperaturen offiziell keine Todesursache sind. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Davon seien drei bereits wieder eingestellt worden, teilte das NRW-Justizministerium mit.

Eines der noch offenen vier Verfahren richtete sich gegen einen Busfahrer, in dessen Bus ein hochbetagter Mann gestürzt war, der später in der Klinik starb. Die Hitze spiele dabei keine Rolle, teilte die Behörde mit.

Zudem prüfen Staatsanwälte einen Fall in einem Dürener Krankenhaus, wo eine 56-Jährige vermutlich einen Hitzschlag erlitten habe. Ein weiteres Todesermittlungsverfahren betreffe den Tod einer Frau in einer Duisburger Helios-Klinik.

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Die Behörden registrierten einen deutlichen Anstieg der Hitzetoten. Verfahren werden aber nur eingeleitet, wenn ein menschliches Mitverschulden im Raum steht, etwa durch Unterlassen von Hitzeschutzmaßnahmen.

Das St. Remigius-Krankenhaus hatte betont, die Anzahl von zwölf Toten in diesem Zeitraum sei für die Klinik nicht überdurchschnittlich hoch.

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Verstorbene im Durchschnitt 86 Jahre alt

Die verstorbenen Patienten hätten ein Durchschnittsalter von 86 Jahren gehabt. "Wir stehen in engem Austausch mit den Behörden, die sich die Fälle genauer ansehen", hatte eine Sprecherin mitgeteilt.

Die Extremtemperaturen der vergangenen Wochen haben nach Einschätzungen verschiedener Experten zu mehr Todesfällen in Nordrhein-Westfalen geführt. Genaue Zahlen ließen sich nur schwer erfassen.

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