Dresden - Kreativ im Knast: Immer häufiger werden Drogen in sächsische Justizvollzugsanstalten geschmuggelt - per Brief oder mithilfe von Drohnen. Jetzt kontert die Justiz die steigenden Zahlen mit Technik und Gesetzesänderungen.
Briefpapier wird mit sogenannten "neuen psychoaktiven Substanzen" (NPS) - sie sind auch als Designer-Drogen oder Legal Highs bekannt - getränkt, das Papier wird nach Erhalt zerschnitten und kann dann geraucht werden.
Tatsächlich sind die Drogen mit herkömmlichen Methoden nur schwer nachweisbar. Dennoch registrierten die Behörden zwischen 2022 (18 Fälle) und 2025 (237 Fälle) einen erheblichen Anstieg, sagt Justizministerin Constanze Geiert (49, CDU).
Um die Sicherheit in sächsischen Gefängnissen zu erhöhen, wurden moderne Drogenscanner angeschafft. In den Haftanstalten Leipzig und Regis-Breitingen sind sie bereits im Einsatz, für Dresden und Bautzen stehen noch Schulungen aus.
Zudem erhalten die Gefangenen nur noch Kopien ihrer Post, die Originalbriefe erst nach Ende der Haftzeit. Für beide Punkte wurden spezifische Rechtsgrundlagen geschaffen.
Besonders einfallsreich: Drohnen fliegen über die Gefängnismauern, um Drogen einzuschleusen
Ein weiteres Problem sind Drohnen, die über die Anstaltsmauern fliegen, um gezielt Drogen aufs Gelände zu schmuggeln. 2024 wurden zwei Fälle registriert, 2025 zwölf.
Ein Drohnen-Detektionssystem soll das künftig im Dresdner Knast verhindern, eventuell werden weitere angeschafft. Beides ist nicht billig: Die gemieteten Drogenscanner kosten 1400 Euro pro Monat und Stück, das Drohnen-Warnsystem 170.000 Euro.
Und noch eine Änderung: Aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts erhalten die Gefangenen mehr Geld für ihre Arbeit.
Der Stundenlohn steigt auf 2,14 bis 4,09 Euro (bisher: 1,28 bis 2,46 Euro), der pfändbare Anteil von 40 auf 60 Prozent.