Mehr als 40 Mal auf schlafenden Ehemann eingestochen: 79-Jährige muss sechs Jahre hinter Gitter

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Von Aleksandra Bakmaz

Ellwangen - Weil sie ihren krebskranken Ehemann getötet hat, ist eine 79-Jährige vom Landgericht Ellwangen zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Die Seniorin muss nun für mehrere Jahre ins Gefängnis.
Die Seniorin muss nun für mehrere Jahre ins Gefängnis.  © Andreas Kempf/dpa

Die Kammer sprach die Seniorin des heimtückischen Mordes schuldig. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Deutsche mit einem Küchenmesser mehr als 40 Mal auf den 84-Jährigen eingestochen hat.

Der Anklage nach verletzte die Seniorin ihren Ehemann unter anderem an Kopf, Schulter, Armen, Händen und am Oberschenkel. Der Angriff spielte sich ab, während der Mann unter Medikamenteneinfluss schlief.

Er ist laut Staatsanwaltschaft aufgrund von zwei Stichen in den Hals verblutet. Danach versuchte die Seniorin, sich selbst zu töten.

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Nach Auffassung des Gerichts war die Seniorin zum Tatzeitpunkt vermindert schuldfähig, weil sie unter einer Depression litt. Daher sei keine lebenslange Haftstrafe in Betracht gekommen.

An der Tatsache, dass es sich um einen geplanten Mord gehandelt habe, ändere dies nichts, sagte der Vorsitzende Richter. Und angesichts der Zahl der Messerstiche könne man auch von einer gewissen Brutalität sprechen. Es sei ein sehr außergewöhnlicher Fall, der selten sei.

Angehörige entdeckten die beiden

Das Ehebett des Paares wurde zum Tatort.
Das Ehebett des Paares wurde zum Tatort.  © Jason Tschepljakow/dpa

Die beiden waren 55 Jahre lang verheiratet. Die Ehe sei ohne Gewalt und Hass verlaufen, sagte die Seniorin laut ihres Verteidigers vor Gericht. Ihr Mann habe immer versucht, es ihr recht zu machen. Er sei ein sehr gutmütiger Mensch gewesen. Das Urteil nahm sie unter Tränen entgegen. Ihre Familie habe sich nach der Tat von ihr abgewandt.

Die Rentnerin habe befürchtet, dass sie zusammen mit dem schwer kranken Ehemann in einem Heim untergebracht wird, weil sie mit der Pflege des Seniors überfordert war, so die Staatsanwaltschaft.

Der 84-Jährige hatte kurz zuvor zwei Schlaganfälle erlitten. Nach Angaben seiner Familie war er noch lebensfroh, aktiv und wollte 90 Jahre alt werden.

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Angehörige fanden die beiden Senioren im gemeinsamen Einfamilienhaus in Ellwangen. Die Angeklagte wurde schwer verletzt geborgen und im Koma mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Für den 84-jährigen Ehemann kam die Hilfe zu spät.

Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung stellte die Strafhöhe in das Ermessen des Gerichts.

Normalerweise zieht die Redaktion es vor, nicht über versuchte Suizide zu berichten. Da es sich aber um einen öffentlichen Gerichtsprozess handelt, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: Andreas Kempf/dpa

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