Missbrauch live angeleitet: Übergriff an Vierjähriger dauerte rund eine Stunde

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Von Tatjana Bojic

Ellwangen - Über längere Zeit soll ein 46 Jahre alter Mann aus dem Kreis Heidenheim in einem Livestream seine pädophilen Neigungen ausgelebt und befriedigt haben.

Dem Angeklagten wird Anstiftung zum sexuellen Missbrauch von Kindern vorgeworfen.
Dem Angeklagten wird Anstiftung zum sexuellen Missbrauch von Kindern vorgeworfen.  © Tatjana Bojic/dpa

Er wurde mithilfe des US-Heimatschutzministeriums enttarnt und im Dezember verhaftet. Jetzt steht der Deutsche vor dem Landgericht Ellwangen.

Die Anklage des Cybercrime-Zentrums der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe lautet auf unter anderem Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern. Die Taten seien per Livestream an den Mann übertragen worden. Per Chat soll er Anweisungen zu den Übergriffen gegeben haben, sagte Anklagevertreter Thorsten Nees.

Es geht demnach um sechs Fälle. Manche sexuellen Übergriffe an einem vier Jahre alten Mädchen dauerten fast eine Stunde.

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Der Verteidiger des Angeklagten kündigte an, dass sich sein Mandant in der nächsten Verhandlung äußern werde. Für das Verfahren sind zwei weitere Verhandlungstage angesetzt.

Mithilfe des US-Ministeriums aufgedeckt

Internationale Ermittlungen führten den 46-Jährigen vor Gericht.
Internationale Ermittlungen führten den 46-Jährigen vor Gericht.  © Tatjana Bojic/dpa

Die Liveübertragung des schweren sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen gegen Bezahlung wird als "Live Distant Child Abuse" bezeichnet. Die Übertragung werde für einen zahlenden Kunden von einem Mittelsmann oder einer Mittelsfrau organisiert, erläuterte der Anklagevertreter.

Der Kunde kann den sexuellen Missbrauch verfolgen und in einem Chat aktiv anleiten. Die vor der Webcam ausgeführten Handlungen reichen laut Cybercrime-Zentrum von Posing und Masturbation bis hin zu schweren sexuellen Übergriffen oder sadistischen Handlungen an dem Kind. Über Inhalt und Ablauf entscheidet letztlich der Konsument. Täter und Opfer befinden sich dabei meist in unterschiedlichen Ländern.

Aufgedeckt wurde der Fall mithilfe der US-Behörde Homeland Security, die zuvor ein pädokriminelles Netzwerk auf den Philippinen zerschlagen hatte, wie das Cybercrime-Zentrum mitteilte. Die Täter hätten Missbrauch gegen Bezahlung live im Internet übertragen.

Titelfoto: Tatjana Bojic/dpa

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