Mit vier Kopfschüssen hingerichtet: Tochter findet blutüberströmte Mutter

Von Ulf Vogler, Benedikt Zinsmeister und Friederike Hauer

Augsburg - Nach einem Gewaltverbrechen an Nina H. (†30) muss sich ein 29-Jähriger wegen Mordes vor dem Landgericht Augsburg verantworten.

Der Angeklagte (r.) soll eine Frau im vergangenen Jahr mit vier Kopfschüssen umgebracht haben.
Der Angeklagte (r.) soll eine Frau im vergangenen Jahr mit vier Kopfschüssen umgebracht haben.  © Stefan Puchner/dpa

Im Prozess am Montag hat sich der Angeklagte zu den Vorwürfen nicht geäußert. "Er wird keine Angaben machen", sagte Verteidiger Jörg Seubert zu Beginn der Verhandlung. Eventuell werde sich der Angeklagte später in dem Verfahren äußern.

Der Mann soll die dreifache Mutter am 19. Mai des vergangenen Jahres am späten Abend in deren Augsburger Wohnung mit vier Kopfschüssen getötet haben.

Ein Sohn und eine Tochter waren während der Tat in dem Haus und mussten das schreckliche Geschehen miterleben. Die Tochter fand die blutüberströmte Mutter und alarmierte über eine Verwandte die Polizei.

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Auslöser der Tat soll gewesen sein, dass sich die Frau von dem Ziehvater des Angeklagten wenige Wochen vorher getrennt hatte und der 29-Jährige dies quasi rächen wollte.

Der Beschuldigte selbst soll keine enge Beziehung zu der Frau gehabt haben. Der Ziehvater des Mannes hatte ihn laut Anklage allerdings wie einen Detektiv auf die Frau angesetzt, um sie auszuspionieren.

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Im Schwurgerichtssaal des Landgerichts steht ein Mann vor der Strafkammer unter Vorsitz von Michael Eberle (3.v.l) und den Richtern Martin Neumann und Katja Baues und den Verteidigern Michael Weiss (r) und Jörg Seubert.
Im Schwurgerichtssaal des Landgerichts steht ein Mann vor der Strafkammer unter Vorsitz von Michael Eberle (3.v.l) und den Richtern Martin Neumann und Katja Baues und den Verteidigern Michael Weiss (r) und Jörg Seubert.  © Stefan Puchner/dpa

Bereits kurz nach der Tat wurde der Mann festgenommen, zunächst aber wieder freigelassen. Nach neun Tagen kam der Verdächtige dann aufgrund neuer Ermittlungsergebnisse in Untersuchungshaft, zudem wurde die mutmaßliche Tatwaffe in einem Bach sichergestellt. Die Pistole soll der Mann auf der Flucht vom Tatort weggeworfen haben.

Die Strafkammer geht von einem komplexen und langwierigen Verfahren aus. Das Gericht hat 20 weitere Verhandlungstage geplant, ein Urteil ist erst Mitte Juni geplant.

Erstmeldung 5.45 Uhr, zuletzt aktualisiert 11.18 Uhr

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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