Prozess in Berlin eskaliert: 20 Menschen prügeln aufeinander ein
Von Marion van der Kraats
Berlin - Ein gewaltvoller Streit am Rande eines Prozesses hat am Montag einen Alarm im Berliner Kriminalgericht Moabit und einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst.
Etwa 20 Menschen sind vor dem Gebäude aufeinander losgegangen, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Sieben Beteiligte wurden demnach leicht verletzt.
Beim Notruf hieß es laut Polizei, ein Messer sei im Einsatz. Vor Ort sei dies allerdings nicht aufgefunden worden, so der Sprecher. Sieben Menschen wurden festgenommen, zwei kamen nach Angaben des Sprechers zur Gefangenensammelstelle.
Im Kriminalgericht schrillte der Alarm, Justizwachtmeister eilten heran. Wie eine Gerichtssprecherin sagte, wurde das Haus für die Öffentlichkeit geschlossen und Prozesse wurden unterbrochen. Die Auseinandersetzung selbst spielte sich laut Polizei aber vor dem Gebäude ab – allerdings im Eingangsbereich.
Hintergrund des gewaltvollen Streits war nach Angaben von Polizei und Gericht offensichtlich eine Berufungsverhandlung im Saal 820.
Zwei 39 und 37 Jahre alte Männer waren 2017 zu Haftstrafen von dreieinhalb und drei Jahren wegen gefährlicher und schwerer Körperverletzung verurteilt worden.
Polizei sicherte Situation vor Ort
Die Brüder wollten in zweiter Instanz ein milderes Urteil erreichen – was ihnen letztlich auch gelang. Die Männer haben nach Gerichtsangaben laut Urteil einer Frau einen Daumen mit einem Messer abgeschnitten.
In einer Pause der Verhandlung soll es laut Polizei vor dem Gerichtsgebäude zwischen Beteiligten eskaliert sein. Ob die Angeklagten beteiligt waren, war zunächst nicht bekannt.
Die Polizei blieb längere Zeit vor Ort, um weitere Auseinandersetzungen zu verhindern. Am späten Mittag war der Prozess beendet.
Die Strafen für die Brüder wurden laut Gerichtssprecherin reduziert auf Bewährungsstrafen von einem Jahr und elf Monaten sowie einem Jahr und acht Monaten.
Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa

