Blutige Messer-Attacke an Holocaust-Mahnmal: Urteil gefallen!

Von Anne Baum und Marion van der Kraats

Berlin - Gut ein Jahr nach der Messerattacke auf einen spanischen Touristen am Holocaust-Mahnmal in Berlin ist der Angreifer zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt worden.

Der Verurteilte sitzt während des Prozesses verhüllt und mit Sonnenbrille auf der Anklagebank.
Der Verurteilte sitzt während des Prozesses verhüllt und mit Sonnenbrille auf der Anklagebank.  © Sebastian Gollnow/dpa

Das Kammergericht der Hauptstadt wertete die Tat als radikal-islamistisch. Es sprach den 20-jährigen Syrer unter anderem des versuchten Mordes und der versuchten Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland schuldig.

Die Bundesanwaltschaft hatte eine lebenslange Haftstrafe beantragt. Wie von der Anklage gefordert, wandte das Gericht das allgemeine Strafrecht an. Der Verteidiger des Mannes hatte hingegen auf eine Jugendstrafe von sieben Jahren plädiert.

Der Syrer war laut Urteil am 21. Februar 2025 aus Leipzig nach Berlin gereist, um im Namen des sogenannten Islamischen Staats (IS) einen Angriff auf einen Menschen zu begehen.

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Gezielt habe er sich das Holocaust-Mahnmal unweit des Brandenburger Tors ausgesucht und sich dem IS über eine Messengerkommunikation als Mitglied angedient, so die Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer.

Spanischer Tourist überlebt Mordanschlag nur knapp

Der Täter hat sich nach dem Angriff den Polizeikräften am Mahnmal gestellt.
Der Täter hat sich nach dem Angriff den Polizeikräften am Mahnmal gestellt.  © Ebrahim Noroozi/AP/dpa

Im Stelenfeld habe er einem inzwischen 31-Jährigen in Tötungsabsicht einen langen Schnitt an der Kehle versetzt.

Der Spanier überlebte nur knapp. Bis heute ist er nicht in der Lage zu arbeiten und in psychologischer Behandlung. Er war in dem Verfahren Nebenkläger.

Der Angeklagte hatte vor Gericht zugegeben, "einen Menschen gegriffen" und ihm einen großen Schnitt versetzt zu haben. "Schon eine Sekunde nach der Tat bereute ich", erklärte er weiter.

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Die Fahrt nach Berlin sei auf Druck eines Chat-Partners erfolgt, mit dem er bei seinem Konsum von IS-Videos in Kontakt gekommen sei. Er bitte um Vergebung.

Der 20-Jährige, der 2023 als unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling nach Deutschland kam und in einer Unterkunft in Leipzig wohnte, hatte sich etwa zweieinhalb Stunden nach der Tat am Mahnmal gestellt. Seit seiner Festnahme befindet er sich in Untersuchungshaft.

Erstmeldung von 9.43 Uhr, aktualisiert um 10.07 Uhr.

Titelfoto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa, Sebastian Gollnow/dpa (Bildmontage)

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