Gutachter zu Aue-Mord: So krass malträtierten die Täter ihr Opfer

Chemnitz / Aue - Es waren zehn bedrückende Minuten, als Rechtsmediziner Christian K. (57) die Ergebnisse der Obduktion von Christopher W. († 27) vortrug. Angehörige trieb es Tränen in die Augen, die Angeklagten Stephan H. (22), Jens H. (22) und Terenc H. (27) zeigten keinerlei Regung.

Der Prozess um den getöteten Christopher W. († 27) nähert sich der Zielgerade. Den Angeklagten Jens H. (22, v.l.), Terenc H. (27) und Stephan H. (22) droht lebenslange Haft.
Der Prozess um den getöteten Christopher W. († 27) nähert sich der Zielgerade. Den Angeklagten Jens H. (22, v.l.), Terenc H. (27) und Stephan H. (22) droht lebenslange Haft.  © Sven Gleisberg

"Einen derartigen Fall habe ich in 30 Jahren erst einmal erlebt", sagt Rechtsmediziner Christian K. (57) auf Nachfrage von Richterin Simone Herberger. Auch sie schien schockiert.

Zehn Minuten lang las der Gutachter aus dem Obduktionsbericht.

15 bis 20 Minuten soll das Täter-Trio auf Christopher W. eingeschlagen und ihn misshandelt haben - mit Fäusten, Tritten, Alustange und weiteren Gegenständen.

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Eine 23 Kilo schwere Tür, mit der das Trio mehrfach und auf brutalste Weise auf das Opfer eingeschlagen haben soll, führte dem homosexuellen Opfer die schwersten Verletzungen zu. Todesursache war eine Hirnstammprellung und -zertrümmerung bei offenen Brüchen.

Danach wurde W. in einer Grube am alten Güterbahnhof in Aue zurückgelassen, wo er am 17. April 2018 tot aufgefunden wurde.

Am 7. Juni könnte es ein Urteil im Prozess wegen Mordes geben. Den Angeklagten droht lebenslange Haft.

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