Chemnitz - Es war ein grausames Verbrechen. In einem Chemnitzer Pflegeheim wurde im Januar eine Rentnerin (†91) getötet - mutmaßlich von einem Pfleger. Jetzt wird dem Beschuldigten der Prozess gemacht: im Sicherungsverfahren und unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Die Antragsschrift hat es laut Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart (62) in sich. Der Libanese Mouemen A. (23) soll zur Mittagszeit am 18. Januar die Rentnerin im Pflegeheim "Haus Steinbachhof" in der Zschopauer Straße attackiert haben.
Dabei soll der Mitarbeiter äußerst rabiat geworden sein: Mit einem Teil ihres Schlafanzugs soll er die alte Dame erdrosselt haben!
Aktuell befindet sich der Beschuldigte nicht im Knast, sondern im Klinikum St. Georg in Leipzig. Denn bei dem mutmaßlichen Oma-Killer wurde eine psychische Störung festgestellt: Er soll an einer Form von Schizophrenie leiden.
Außerdem ist es nicht ausgeschlossen, dass der Tatverdächtige weitere Straftaten begeht. Deswegen findet ab dem 18. Juni am Landgericht Chemnitz ein Sicherungsverfahren statt.
Entgegen einem Strafprozess geht es in dem Sicherungsverfahren darum festzustellen, ob Mouemen aufgrund von verminderter Schuldfähigkeit dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.
Ob er aussagt, ist fraglich: "Er hat sich zur Tat nicht eingelassen", so Burghart. Für das nicht öffentliche Verfahren sind bis 6. Juli vier Termine geplant.