Chemnitz - Es war ein Verbrechen, das Chemnitz schockierte: Allahmir R. (39) soll seine Ehefrau Masoma (†38) im vergangenen September bestialisch getötet haben. Auch in der Vergangenheit saß der Afghane bereits auf der Anklagebank. Am Donnerstag beim Prozessauftakt am Landgericht schwieg der vierfache Vater zu dem Femizid.
So schnell wie der erste Verhandlungstag begann, endete er auch wieder: Weil Allahmirs Verteidigerin gesundheitlich angeschlagen war, wurde lediglich die Anklage verlesen.
Doch die hatte es in sich: Laut Staatsanwalt Carsten Schönfeld (37) richtete der Angeklagte am Vormittag des 24. Septembers in der vierten Etage eines Wohnblocks in der Theaterstraße ein Blutbad an.
Allahmir soll seine Gattin im gemeinsamen Schlafzimmer mit einem fast ein Kilogramm schweren Fleischerbeil attackiert haben. "Die Geschädigte verstarb aufgrund der Handlung des Angeklagten infolge massiver stumpfer Gewalt", so Schönfeld.
Woher der Analphabet das Beil hatte, blieb zunächst ungeklärt, ebenso das Motiv. Der Angeklagte zog es vor, zu schweigen.
Mord oder Totschlag? Das sagt das Gericht
Bereits im Sommer 2024 stand Allahmir vor dem Amtsgericht. Ihm wurde damals zur Last gelegt, seine Frau in einen Keller gesperrt und misshandelt zu haben. Die verweigerte damals die Aussage vor Gericht, der mutmaßliche Peiniger wurde freigesprochen.
Diana Enzinger vertritt als Nebenklägervertreterin den ältesten Sohn (21) der Familie. Allerdings erscheint der junge Mann nicht vor Gericht. Laut Enzinger würde ihn die Tat zu sehr belasten.
Das Gericht kündigte bereits am Donnerstag an, dass im Laufe des Totschlag-Prozesses auch eine Verurteilung wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen möglich sei.
Für den Prozess sind noch drei Verhandlungstage angesetzt. Am 21. April geht es weiter.