Chemnitz - Die Bar "Ponytail" war eine Instanz der Chemnitzer Kneipen-Szene. Im Mai 2025 meldete Besitzer Lars Höppe (46) Insolvenz an. Kurz darauf schloss die Bar. Am Donnerstag wurden die Nachwehen des Insolvenzantrags vor Gericht verhandelt.
Laut Anklage habe Höppe die Insolvenz verschleppt, das Unternehmen sei bereits ab 1. Januar 2025 zahlungsunfähig gewesen. Den Insolvenzantrag stellte Höppe jedoch erst im Mai.
Sein Verteidiger hielt dagegen: Die Bar habe Rechnungen bezahlen können, wenn auch manchmal verspätet. Wann Höppe klar gewesen sein musste, dass die Insolvenz unausweichlich war, sei nicht aufzuklären.
Die Gründe für die Pleite: Corona-Krise und explodierende Kosten. Hoffnung hatte Höppe zuletzt noch in das Kulturhauptstadtjahr gesetzt.
Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt. Die Auflage: Höppe muss innerhalb von sechs Monaten 2000 Euro an die Gedenkstätte "Geschlossener Jugendwerkhof Torgau" zahlen. Mittlerweile arbeitet er im Außendienst bei jenem Getränkedienstleister, der das "Ponytail" belieferte.
"Damit ist das Kapitel 'Ponytail' beendet", sagte Höppe nach der Verhandlung. "Das Lokal ist in gute Hände geraten." In den früheren "Ponytail"-Räumen hat das Café "Break Spot" eröffnet.