Prozess um Raub in Chemnitzer Innenstadt: Täter überfällt Volksbank mit Spielzeugpistole
Chemnitz - Er kaufte sich eine Spielzeug-Knarre und raubte die Volksbank-Filiale im Chemnitzer Zentrum aus! Seit Montag muss sich Intensivtäter Martin P. (45) deshalb vor Gericht verantworten. Während der Bankräuber ein Geständnis ablegte, sind die Opfer schwer traumatisiert.
Den Mitarbeitern in der Volksbank-Filiale in der Inneren Klosterstraße fiel der Tscheche gleich auf, als er in den Nachmittagsstunden des 26. Januar so tat, als würde er etwas suchen.
Dann zückte er die Pistole und sagte laut Staatsanwaltschaft in gebrochenem Deutsch: "Geld, Geld. Ich werde nicht schießen. Keine Polizei." Lediglich eine Glasscheibe trennte ihn von den beiden Bankmitarbeiterinnen.
Dem gelernten Maler wurden nach dieser Drohung 22.225 Euro ausgehändigt. Mit der Beute floh er dann nach Tschechien, wo er am 19. Februar gefasst wurde.
Eine Woche später wurde er dann nach Deutschland überstellt. Aktuell sitzt er in der JVA Leipzig.
Martin P. überfiel bereits 2011 eine Bank in Zittau
Mit dieser Masche schlug der Gewohnheitskriminelle nicht zum ersten Mal zu: So raubte er mit gezückter Spielzeugpistole im Jahr 2011 eine Volksbank-Filiale in Zittau aus und erbeutete damals 46.000 Euro.
Auch in Österreich war er laut Richter Janko Ehrlich (53) schon aktiv. Vor Gericht gab sich der Bankräuber geständig - dabei betonte er stets, dass es sich bei der Pistole um eine Attrappe handelte. "Ich habe noch nie jemandem wehgetan", sagte Martin P.
Dass er durch sein Verhalten die Bankmitarbeiterinnen zu Tode ängstigte, blendete der Bankräuber wohl aus: Eine Angestellte erlitt eine posttraumatische Belastungsstörung. Eine Auszubildende sagte aus: "Ich hatte die erste Panikattacke meines Lebens."
Für den Prozess um Körperverletzung und räuberische Erpressung sind noch drei Verhandlungstage angesetzt.
Titelfoto: Bildmontage: Haertelpress (2)

