Urteil gefallen: Falscher Psychologe aus Chemnitz muss ins Gefängnis

Chemnitz - Ähnlich wie der berühmte Hochstapler Gerd Postel (64) gab sich der 26-jährige Angeklagte aus Chemnitz als Psychologe aus und empfing Patienten zu Sprechstunden. Vor dem Amtsgericht Chemnitz brach sein Kartenhaus aus Lügen und Betrügereien nun zusammen. Der vermeintliche Arzt muss ins Gefängnis.

Der Angeklagte gab vor, im Zentrum für Psychotherapie in Chemnitz zu arbeiten.
Der Angeklagte gab vor, im Zentrum für Psychotherapie in Chemnitz zu arbeiten.  © Uwe Meinhold

Drei Patienten lud der Angeklagte zu sich nach Hause in die "Praxis" ein - aus dem Pflegehelfer wurde ein Psychologe. Das Lügen-Konstrukt war fast perfekt: B. fälschte Stempel, Patienten-Anschreiben, Namensschild und Rezepte.

Eine Patientin nahm sogar verschriebene Medikamente ein. "Ich wollte mich selber besserstellen als Arzt", erklärte er.

Nebenbei war der 26-Jährige Dauerbetrüger. Um seine Drogensucht (Marihuana und Beruhigungsmittel) zu finanzieren, brauchte er viel Geld. Die Einnahmen erfolgten größtenteils durch Betrügereien auf eBay-Kleinanzeigen.

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Selbst Freunde und Familie haute der Chemnitzer übers Ohr und spähte Bankdaten aus.

Aufgrund einer schwierigen Kindheit mit Heimaufenthalten geriet der Angeklagte früh auf die schiefe Bahn. Weil er einschlägiger Wiederholungstäter ist, gab's von den Richtern keine Gnade.

Der Hochstapler verschrieb einer "Patientin" Diazepam gegen Angstzustände.
Der Hochstapler verschrieb einer "Patientin" Diazepam gegen Angstzustände.  © Wladimir Bulgar

Urteil: zwei Jahre und zehn Monate Haft, unter anderem wegen Missbrauchs von Titeln, Urkundenfälschung und 89-fachen Betrugs. Aus vorherigen Verurteilungen sind noch zwei Jahre und drei Monate Jugendstrafe offen.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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