AfD-Mann sagt aus: Nach der Nazi-Demo setzte es Prügel in der Unterführung
Dresden - Es ist einer der schwersten Vorwürfe gegen die mutmaßlichen Linksextremisten Johann G. (32) und Tobias E. (32): Nach einer Neonazi-Demo am 19. Januar 2019 in Magdeburg sollen sie mit anderen vier Teilnehmer dieses Marsches in Dessau mit Hammer und Eisenstangen attackiert und schwer verletzt haben. Die Bundesanwaltschaft sieht hier versuchten Mord. Am Dienstag sagte nun mit dem AfD-Lokalpolitiker René Diedering (55) einer der Angegriffenen aus.
Wie in Dresden am 13. Februar versuchen auch in Magdeburg Neonazis das Gedenken an die Bombardierung der Stadt für ihre Zwecke zu nutzen. Beide Termine besucht auch Diedering, der für die AfD im Dessauer Stadtrat sitzt, gern.
Doch im Jahr 2019 ging die Rückreise blutig aus: "Wir wollten in die Unterführung gehen", erinnert sich der Politiker. "Da habe ich gesehen, dass drei Personen auf uns zukamen, die hatten Gegenstände in der Hand."
Schnell habe er bemerkt, dass da etwas nicht stimmen könne und sich umgedreht. "Dann kam uns entgegen: eine schwarze Wand!" In früheren Aussagen seien das rund zehn Personen gewesen, fast sechs Jahre später kann er die Zahl nicht mehr schätzen.
"Ich hatte eine Fahnenstange in der Hand", sagt er. "Damit konnte ich zwei bis drei Schläge mit einem harten Gegenstand abwehren." Dann habe er sich die Treppe hochgeflüchtet, trotzdem einige Schläge und Tritte abbekommen und dabei mindestens eine Platzwunde erlitten, die genäht werden musste.
War ein Hammer im Spiel?
Schlimmer traf es seine Begleiter. Als er nach der Attacke zurück in die Unterführung ging, sah er einen von denen gekrümmt am Boden liegen: "Hinter ihm lag der Hammer", behauptet er.
Schon vorher will er einen spitzen Hammer bei einem der Angreifer gesehen haben. Allerdings war dieser auf den Tatortfotos nicht mehr zu sehen.
Der Prozess wird fortgesetzt.
Titelfoto: Bildmontage: Eric Hofmann, Peter Schulze
