Ehemann ermordet, Ehefrau im Knast: Knackten diese Einbrecher den Tresor der Killerwitwe?

Dresden - Der Fall der mutmaßlichen Killerwitwe beschäftigt nun auch das Amtsgericht Dresden. Ramona B. (53) muss sich derzeit am Landgericht verantworten, weil sie ihren Gatten, Anwalt Peter B. (†76), ermordet haben soll. Seither sitzt sie in U-Haft. Ihre Knast-Abwesenheit nutzten laut Justiz Stephan S. (42) und Lars M. (41), um ins Haus der Witwe einzubrechen.

Das Anwesen von Ramona B. (53) wurde zweimal von Einbrechern heimgesucht.  © Steffen Füssel

Im September 2024 soll Ramona ihren Mann absichtlich überfahren haben. Das Tatauto, einen Mercedes GLK, besorgte demnach der mitangeklagte Claus T. (76). Beide kamen in U-Haft.

Die Polizei durchsuchte und versiegelte auch das Haus von Ramona in Ullendorf (Klipphausen). Der Chefermittler erklärte im Prozess gegen die Witwe, dass im Haus "jede Menge Bargeld" war, das zusammen mit Wertgegenständen "erst mal im Tresor deponiert" wurde.

Genau diesen Stahlschrank flexten Schweißer Stephan und Koch Lars im Herbst 2024 auf! Laut Anklage kamen sie übers Kellerfenster ins Haus, durchwühlten alles, plünderten den Tresor.

Gerichtsprozesse Dresden Streit um Knast-Tattoo: Gefährliche Liebschaft hinter Gittern

Neben acht Nobel-Uhren (unter anderem eine Glashütte Original für 29.800 Euro) verschwanden Schlüssel für die beiden Porsche im Carport und 28.800 Euro Bargeld.

Anzeige
Ramona B. (53) soll ihren Ehemann absichtlich überfahren haben.  © Ove Landgraf

Ramonas Porsche wurde 2024 geklaut

Lars M. (41) muss sich derzeit regelmäßig bei der Polizei melden.  © Steve Schuster

Bemerkenswert: Die Polizei konnte im Mordprozess nicht sagen, wie viel Geld genau im Haus war.

Doch nach TAG24-Informationen prahlten offenbar die Diebe, die DNA hinterließen, später mit der Summe.

Ein Porsche (den Ramona zur Hochzeit geschenkt bekam) wurde im Dezember 2024 bei einem zweiten Einbruch geklaut. Der Wagen wurde in einen Wald unversehrt sichergestellt.

Gerichtsprozesse Dresden Dresdner Star-Gastronom wegen Steuer-Schummelei im großen Stil vor Gericht

Ob Stephan und Lars am zweiten Bruch beteiligt waren, lässt sich laut Justiz nicht ermitteln.

Die Täter hatten per Pulverfeuerlöscher sämtliche Spuren vernichtet.

Stephan S. könnte auf freien Fuß kommen

Stephan S. (42) könnte in den nächsten Stunden wieder auf freien Fuß kommen.  © Steve Schuster

Dagegen ist sich der Staatsanwalt sicher, dass sie im August 2025 in Kleinzschachwitz elf Waffen und Munition für über 16.000 Euro stahlen. Dafür hatte Lars die Hausschlüssel einer Freundin geklaut. Die Knarren sollten nach Berlin verkauft werden. Lohn für die Diebe: 500 Euro.

Zwar fehlt von all der Beute jede Spur, aber die mutmaßlichen Täter wurden ermittelt. Stephan (stand unter Bewährung) kam in U-Haft. Lars (letzte Vorstrafe 2012) blieb auf freiem Fuß, muss sich aber regelmäßig bei der Polizei melden. Beide kündigten bereits Geständnisse an.

Der Prozess wurde bis Mai unterbrochen, weil ein Verteidiger nicht ausreichend Akteneinsicht hatte. Die Folge: Stephan könnte noch diese Woche aus der U-Haft entlassen werden.

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden: