Anwalt totgerast: Nahm die mutmaßliche Killerwitwe Fahrstunden im Gelände-SUV?

Dresden - Neue Entwicklung im Prozess um die mutmaßliche Killerwitwe Ramona B. (53) am Landgericht Dresden. Laut Anklage überfuhr sie ihren Ehemann, den Anwalt Peter B. (†76), um an sein Millionen-Erbe zu kommen. Das Tatauto, einen Mercedes GLK, soll der mit angeklagte Hausmeister Claus T. (76) besorgt haben. Beide bestreiten, bezichtigen sich gegenseitig des Mordes.

Ramona B. (53) soll öfter beim Fahrtraining gewesen sein.  © Ove Landgraf

Nun soll ein Fahrtrainer als Zeuge gehört werden. Offenbar übte die gelernte Krankenschwester immer wieder Manöver im Geländewagen.

Bisher wurde bekannt: Ramona ist vielseitig. Sie taucht, hat einen Flugschein, liebt schnelle Autos. Ihren feuerroten Porsche (80.000 Euro) schenkte ihr Peter zur Hochzeit 2022.

Im September 2024 wurde ihr Ehemann auf seiner Joggingstrecke am Kobitzscher Weg in Klipphausen überfahren.

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Eine Taxifahrerin hatte zuvor einen GLK rasant die enge Zugangsstraße entlangfahren sehen.

Die Zeugin und Polizei schätzten ein, dass die Kurve dort "nur von geübten Fahrern in einem Zug" genommen werden kann.

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Ramona soll Lenk- und Wendemanöver geübt haben

Ein silbergrauer GLK war laut Ermittlern das Tatfahrzeug. (Symbolbild)  © IMAGO/Pond5 Images

Der Anwalt von Claus beantragte nun im Prozess, einen Fahrtrainer zu hören.

Dessen Firma veranstaltet Übungsfahrten auf dem Sachsenring und im Gelände. "Immer wieder", so der Anwalt, habe Ramona dort "Lenk- und Wendemanöver im Gelände und auf der Rennstrecke" geübt.

Dagegen brachte auch ein neues LKA-Gutachten keine eindeutigen Erkenntnisse zu DNA-Spuren im GLK. Das betonte wiederum der Anwalt von Ramona. Ein klarer Nachweis, dass die Anwaltsgattin am Steuer des Tatautos saß, ergebe sich nicht.

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Die Witwe behauptet, dass sie sich das Auto nur angesehen habe, weil sie ein Fahrzeug für die Jagd brauchte.

Stadt Dresden soll zur Klärung des Mordes beitragen

Anwalt Peter B. († 76) wurde ermordet.  © privat

Claus T. hatte dagegen erklärt, Ramona habe den GLK für eine illegale Treibjagd gebraucht. Er habe ihr den Wagen am Parkplatz Helmmühle übergeben, von ihren mörderischen Plänen, nichts gewusst.

Zuvor habe sie ihm einen Ausdruck mit der Google-Beschreibung des Treffpunkts gegeben. Tatsächlich, fanden die Ermittler im Rechner von Ramona die Suche nach dem "Alten Bahnstation Polenz" (bekannt als Helmmühle) gefunden. Fast zeitgleich suchte sie demnach aber auch nach Restaurants. Ihre Anwälte sehen das als Beweis, dass Ramona im Netz lediglich nach einer Gaststätte gesucht hätte.

Auch die Stadt Dresden soll nun zur Klärung des Mordes beitragen: Kurz nachdem die Leiche des Anwalts entdeckt wurde, telefonierte die Polizei mit Claus, der den demolierten GLK zur Werkstatt gebracht hatte. Der Hausmeister erklärte, er habe am Telefon nichts verstanden.

So habe er von der Tötung des Anwaltes viel später erfahren. Die Richter werten das als "Schutzbehauptung". Der Hausmeister war allerdings beim Telefonat nachweislich am Altmarkt. "Dort fand zu dem Zeitpunkt der Herbstmarkt mit Bühnenprogramm statt", so sein Anwalt. Zeugen aus dem Amt und Unterlagen sollen nun beweisen, dass es dort wirklich so laut war, dass der Hausmeister nichts verstehen konnte.

Eigentlich sollte demnächst Prozess plädiert werden. Nun zieht sich die Verhandlung, die seit Juni 2025 läuft, weiter hin.

Erstmeldung vom 24. März, 6.10 Uhr. Zuletzt aktualisiert um 10.09 Uhr.

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