Dresden - Noch immer verhandelt das Landgericht Dresden gegen Felix M. (30). Der zweifache Vater soll den zehn Monate alten Sohn Marek seiner Freundin (22) ermordet haben. Laut Anklage, weil das Baby ihn bei Ballerspielen am Rechner störte. Felix gab bisher zahlreiche Erklärungen ab, warum er nicht der Täter sein kann.
Er schiebt die Schuld gar auf seine Tochter (11 Jahre) sowie die Kindesmutter. Doch seine Aussagen fallen mehr und mehr in sich zusammen. So sagte jetzt der Chefermittler der Mordkommission aus.
Im September 2025 starb Marek an einem massiven Schütteltrauma. Außerdem hatte der kleine Junge mehrere Schädelbrüche. Anfangs behauptete Felix, er sei, als das Baby kollabierte, nicht zu Hause gewesen und lenkte den Verdacht so auf die Kindesmutter.
"Doch wir ermittelten, dass sie zur fraglichen Zeit als Altenpflegerin arbeitete", so der Ermittler. "Danach war sie einkaufen. Auch das ist belegt."
Die Behauptung, Michelle hätte im Laufe des Nachmittags für 56 Euro Pizza für die Familie bestellt, wurde nicht nur durch ihren Dienstplan widerlegt: "Der Bote erinnert sich, dass er die Waren einem Mann auslieferte", so der Kriminalist.
Felix erklärte, er habe schon am Nachmittag den Rettungsdienst geholt, weil es Marek nicht gut ging. Kurz: Er hätte dem Baby geholfen. Der Kriminalist: "An dem Nachmittag gab es dort keinerlei Rettungseinsätze."
Felix Ex-Freundin trennte sich von ihm, nachdem ihre EC-Karte verschwand
Zudem sprach die Kripo mit Ex-Freundinnen des Angeklagten. Eine erzählte, Felix habe sich einen Hund anschaffen wollen. Sie war dagegen, weil sie zwei Katzen hatte. "Dann waren die Katzen plötzlich tot", so ein Ermittler. Die verendeten Tiere hätten "Schaum vor dem Maul" gehabt.
Eine andere Frau trennte sich nach kurzer Zeit von Felix, weil Bargeld und EC-Karten von ihr verschwanden, sie ungefragte Abbuchungen auf ihrem Konto entdeckte.
Auch sie erklärte, Felix habe den lieben langen Tag "nur gezockt". Der Prozess wird fortgesetzt.