Prozessauftakt in Dresden gegen rechte Terrorgruppe

Dresden - Wirres Geschreibsel oder Nazi-Terror? Am Freitag begann vor dem Dresdner Oberlandesgericht der Prozess gegen acht junge Männer. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, als Terrorgruppe "Sächsische Separatisten" eine bewaffnete Loslösung Sachsens und die Errichtung eines nationalsozialistischen Staats mit genozidalen ethnischen Säuberungen geplant zu haben. Die Verteidigung weist das prompt von sich.

Jörn S. (22) soll mit seinem Bruder die Gruppe gegründet haben.  © Peter Schulze

Laut Bundesanwaltschaft war es Jörg S. (24), der die Gruppe gründete: In einer Telegram-Gruppe soll er im Dezember 2019 eine Umfrage gestartet haben, ob man eher auf legale Massenaktionen oder eine kleine Untergrundgruppe setzen soll.

Die Teilnehmer entschieden sich für Letzteres. Und so sollen am 2. Februar 2020 Jörg S. mit seinem Bruder Jörn (22), Karl-Jonas K. (22), Norman T. (23) bei einer gemeinsamen Wehrsportübung die Gruppe gegründet haben.

Am 13. August 2022 sollen der AfD-Stadtrat Kurt Hättasch (26) mit seinen beiden Parteifreunden Kevin R. (26) und Hans-Georg P. (25) dazugestoßen sein. Am 13. Mai 2023 kam noch Kevin M. (22) dazu.

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Laut Anklage sollen sich alle auf einen "Tag X", den Zusammenbruch des politischen Systems, vorbereitet und dafür den bewaffneten Kampf gegen Ausländer und politische Gegner trainiert haben.

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Der AfD-Politker Kurt Hättasch (26) kam Spezialkräften mit einer Waffe entgegen und wurde angeschossen.  © Peter Schulze
Im November schlug die Bundesanwaltschaft gegen die jungen Männer zu.  © Rene Priebe/dpa
Das Dresdner AfD-Mitglied Hans-Georg P. (25) wurde in seiner Wohnung festgenommen.  © xcitepress

Gruppe namens "Sächsische Separatisten" habe es laut Anwalt nie gegeben

Am Freitag startete der Megaprozess mit acht Angeklagten.  © Sebastian Kahnert/dpa

Kurt Hättasch ist noch wegen versuchten Mordes angeklagt, da er bei der Razzia am 5. November 2024 einem Polizisten mit einem Weltkriegsgewehr entgegenkam. Allerdings bekam er selbst eine Kugel von einem Polizisten in den Kiefer.

Sein Anwalt Till Weckmüller streitet das ab: "Er hatte erhebliche Zweifel, dass es sich tatsächlich um die Polizei handelt", sagt er. Der Politiker sei von einem Angriff militanter Linksextremisten ausgegangen, habe außerdem mit dem Gewehr an der Hüfte gar nicht ordentlich schießen können.

Der Anwalt des mutmaßlichen Rädelsführers Jörg S. Martin Kohlmann (48) wiederum fordert die Einstellung des Prozesses. Eine Gruppe namens "Sächsische Separatisten" habe es gar nicht gegeben.

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Zudem beruhen viele Belege der Anklage auf einem Chat seines Mandaten mit einem getarnten FBI-Agenten. Die anderen hätten davon gar nichts gewusst. Der Prozess wird fortgesetzt.

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