Schwules Ehepaar missbraucht Jungen und dessen Bruder: So lautet das Urteil
Dresden - In Absprache mit dem Jugendamt betreute das Paar den damals minderjährigen Jan (*Name geändert, heute 18). Doch Maik (44) und sein Ehemann Danilo (45) missbrauchten den Jungen und später dessen jüngeren Bruder. Nun wurden die Täter am Landgericht Dresden zu langen Haftstrafen verurteilt.
Maik und Danilo lernten die Familie von Jan beim Urlaub an der "Blauen Adria", dem Campingplatz bei Bautzen, kennen. Danach war der Junge oft bei den Männern zu Hause im Meißner Land. "Jan wollte dann bei ihnen wohnen", berichtete seine Mutter unter Tränen.
"Wir dachten, es geht ihm dort vielleicht besser, auch schulisch, und er hat ein eigenes Zimmer da." Außerdem habe das zuständige Jugendamt zugestimmt, dass der Junge zu den Männern zieht.
"Aber schon beim ersten Besuch kam es zum Übergriff durch Maik", war der Richter überzeugt. Und dabei blieb es nicht. Allein Maik wurden im Prozess über 90 Missbrauchsfälle nachgewiesen.
Der gestand die Taten zwar, spielte sie aber herunter. Sein (inzwischen getrennt lebender) Ehemann dagegen beschuldigte ihn massiv. Doch auch Danilo machte bei einigen Taten mit!
Maik hatte im Prozess behauptet, dass Jan aus Rache, weil er keine Geschenke mehr von dem Paar bekam, Anzeige erstattet hätte.
Männer waren wegen Missbrauchs vorbestraft
Der Richter stellte klar: "Sie wollen sich als Opfer darstellen. Aber Opfer sind in dem Fall eindeutig die Brüder." Tatsächlich ging Jan nach Überzeugung des Gerichts zur Polizei, als er plötzlich erfuhr, dass sein jüngerer Bruder ebenfalls von den Männern missbraucht wurde.
Die Ermittlungen begangen im Februar 2025. Doch erst als das Ehepaar im Juli 2025 in U-Haft kam, gab das zuständige Jugendamt die Akten über die Kinder heraus. Die ermittelnde Kommissarin im Gericht: "Wir haben die Akten im Amt beschlagnahmt."
Dem Paar war übrigens zuvor sogar angetragen worden, Jan in Pflege zu nehmen oder gar zu adoptieren. Aber darauf verzichteten die Männer aus gutem Grund. "Wegen des polizeilichen Führungszeugnisses", gab Maik im Prozess zu. Darin war vermerkt, dass beide bereits 2007 wegen Missbrauchs Strafen (Geldstrafe und Bewährung) kassierten.
Maik muss nun für neun Jahre, Daniel für fünf Jahre und acht Monate hinter Gitter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Titelfoto: Bildmontage: Peter Schulze (2)

